Bildungswesen in Chile

Bildungswesen in Chile

Der richtigte Platz für Ihre Kinder.

Der Schul-Pflichtbesuch beginnt im Kalenderjahr der Vollendung des sechsten Lebensjahres.

Nach dem Kindergarten (jardin infantil, 2 bis 4-Jährige) bereiten kommunale, vom Staat (oder Kommune) unterstützte oder private Vorschulen die Kinder in Pre-Kinder-Vorschulen (ab 4 Jahren) und Kinder-Vorschulen (ab 5 Jahren) auf den Schulbesuch vor. Der Schul-Pflichtbesuch beginnt im Kalenderjahr der Vollendung des sechsten Lebensjahres. Bis spätestens Ende Januar sollte die Einschreibung zur Aufnahme an einer Schule erfolgen (inscripción/matrícula), private Schulen verlangen dies oft schon bis zum 1. Oktober des Vorjahres. Bei Neuanmeldungen sind alle Orginal-Schulzeugnisse, die Geburtsurkunde etc. vorzulegen. In Chile gibt es Noten von 1 bis 7 (1 die schlechteste, 7 die beste Note). Viele Schulen haben ihre eigene Schuluniform, welche bei der Schule, in Spezialgeschäften oder in Kaufhäusern anzuschaffen sind.

Das Vorrücken in die nächsthöhere Jahrgangsstufe kann verweigert werden wegen schlechten Noten und häufigem Schulschwänzen. Die Schulen gliedern sich in die Unterstufe (enseñanza básica, Klassen 1 bis 6) und die Liceo-Oberstufe (enseñanza media, Klassen 7 bis 12). Die Qualität der Vorbereitung auf das Abitur unterscheidet sich je nach Schule.

Die Schüler werden nicht wie in Deutschland getrennt nach Leistung, sondern praktisch nach sozialer Herkunft wegen den relativ hohen Schulgebühren für die guten Privatschulen. Es gibt Colegios Municipales (gratis, staatlich/kommunal), Subvencionados (von Staat/Kommunen unterstützt, geringe Schulgebühr) und Particulares (private). Die privaten Schulen vermitteln die beste Ausbildung und bereiten am besten auf das Abitur vor, verlangen aber auch ihren Preis, so dass dies sich nur ein geringer Anteil der Eltern leisten kann.

Die Fahrtkosten zur Schule sollten auch einkalkuliert werden. Es gibt zwar einen pase escolar (Schülerausweis) mit dem die Schüler günstig in öffentlichen Verkehrsmitteln fahren dürfen, jedoch lassen viele Eltern gerade jüngere Schüler privat mit einem Sammelminibus (transporte escolar) zur Schule fahren (Firmenlisten bei den Schulen).

Schulferien sind von ca. Mitte Dezember bis Anfang März, außerdem sind ein bis zwei Wochen im Juli und ein paar Tage zu den Fiestas Patria, um den 18. September, frei.

Neu in Chile ankommende Schüler benötigen zur Anmeldung u.a. ihre Geburtsurkunde und ihre Auslands-Zeugnisse (übersetzt und legalisiert). Bei guten Privatschulen wird meist Monate vor der Aufnahme eine Bewerbung und ein Test verlangt. Die weniger anspruchsvollen kommunalen Schulen gewähren nach einem Test in Mathematik und Spanisch eine längere Eingewöhnungszeit.

Das Niveau im Fremdsprachenunterricht ist in Chile trotz frühem Alters-Beginn weitaus niedriger als in Mitteleuropa, in anderen Fächern wie Spanisch und Sozialkunde (Geschichte und Geographie) besteht für ausländische Schüler eher Nachholbedarf. Die Ergebnisse, die die Schüler der einzelnen Schulen in den staatlichen Vergleichsprüfungen in den Fächern Spanisch und Mathematik (SIMCE) in den Klassen 4 und 8, sowie der Universitätszulassungsprüfung PSU erreichen, werden regelmäßig in den Zeitungen in der Form von Rankinglisten veröffentlicht. Viele Eltern, besonders diejenigen, die eine gute private Schule bezahlen können, richten sich bei der Einschulung ihrer Kinder nach diesen Rankinglisten. Nur ein guter Schulabschluss bzw. eine hohe Punktzahl in der PSU gibt den Kindern die Möglichkeit, sich für das Studium und die Universität ihrer Wahl entscheiden zu können. Im Lebenslauf ist in Chile aufgrund der besuchten Schule(n) der soziale Status erkennbar und mehr oder weniger manifestiert.

Homeschooling oder der Besuch einer offiziell nicht anerkannten Bildungseinrichtung ist in Chile möglich. Um der Schulpflicht Genüge zu tun und um sich die Schulzeiten in Chile anerkennen zu lassen, sind „Examenes libres“ zu absolvieren.

Infos dazu: www.chileclic.gob.cl/1481/article-46943.html

Hochschulen
Die Enseñanza Superior (Höhere Ausbildung) folgt nach dem erfolgreichen Abschluss der Enseñanza Media. Je nach Noten kann eine Universität, ein Instituto Profesional oder ein Centro de Formación Técnica besucht werden. Wie auch bei den Schulen gibt es private, „subventionierte“ und private Universitäten. Zur Bewerbung sind eine ausreichende Punktzahl bei der Abiturprüfung Prueba de Aptitud Académica und das Bestehen spezifischer Tests erforderlich. Das Universitätssystem in Chile offeriert Stipendien für ausländische Studenten und geeignete Chilenen die im Ausland studieren wollen.

Generell gibt es in Chile créditos universitarios bei jeder Bank und auch staatliche Stipendien (becas). Bei den Stipendien gibt es ein Kreditsystem der Universitäten Fondo solidario, wobei die Vergabe abhängig ist von den sozioökonomischen Verhältnissen jeder studierenden Person. Die Bewerbung ist an den Asistente Social der jeweiligen Fakultät zu richten. Die Rückzahlung hat in 10 bis 12 Jahren zu erfolgen. Für begabte Schüler aus einkommensschwachen Haushalten gibt es bei der enseñanza media und der enseñanza superior das Stipendium Beca Presidente de la República.

Die akademischen Abschlüsse:

  • Bachelor (Bachiller, 2 Jahre)
  • Lizenziat (Licenciado, 4 bis 7 Jahre):

Die Licenciatura-Studiengänge bieten Bildung in allen wesentlichen Aspekten eines Wissensgebietes oder Disziplin. Das Lizenziat ist Voraussetzung, um einen Postgrado zu erhalten und zum Teil auch um einen Berufstitel zu erlangen.

  • Master (Magíster, 2 Jahre):

Ein 2-jähriger Magisterstudiengang setzt einen Lizenziatabschluss oder einen gleichwertigen Berufsabschluss voraus. Das Studium sieht eine Vertiefung in einer oder zwei Disziplinen vor.

  • Doktortitel (Doctorado, 3 bis 5 Jahre):

Das Promotionsstudium schließt mit dem Doktorgrad als dem höchsten in Chile zu erlangenden Grad ab.