Alternative Text
von 8. Oktober 2024

Neustart am Ende der Welt


Für Katrin und Klaus Mees ist Abenteuer eine Lebensform. Schon bevor sie ihre Karrieren als Lehrerin und Mediziner begannen, zog es sie hinaus in die fremde Welt, weit über die Grenzen des Bekannten hinaus. Mit einem umgebauten VW-Bulli durchquerten sie Syrien, den Irak, Iran und Afghanistan und erreichten schließlich Indien und Nepal. Sie waren unter den ersten, die das abgelegene Ladakh an der Grenze zu China betreten durften. Auch während ihrer aktiven Berufszeit nutzten sie jede Gelegenheit, um ihre Freunde im Himalaya zu besuchen und ihre Träume zu verwirklichen: den Aufstieg am Mount Everest, Wintertrekking auf der Eisdecke des gefrorenen Zanskar-Flusses und vieles mehr. Doch die Urlaubszeiten waren immer zu knapp bemessen.

Mit dem Ende ihres Berufslebens öffnete sich ein neues Kapitel: unbegrenzte Zeit für Abenteuer, die sie direkt nach Patagonien führten, ans „Ende der Welt“. Ihre zahlreichen Erlebnisse und tiefgreifenden Einsichten teilen sie nicht nur untereinander, sondern auch mit der Welt in ihren Büchern. „Neustart am Ende der Welt“ ist mehr als nur ein Reisetagebuch; es ist eine philosophische Reise, gespeist aus den Erkenntnissen und Gedanken, die auf ihren insgesamt 600 Kilometer langen Trekkingtouren durch Chile und Argentinien entstanden. In einem exklusiven Interview enthüllen sie, welche prägenden neuen Erfahrungen sie aus Südamerika mit in ihre bayerische Heimat gebracht haben.

Frage: Ein Neustart ist oft ein Sprung ins Unbekannte, eine Herausforderung, die Mut erfordert. Was hat Euch inspiriert, diesen mutigen Schritt zu wagen und 600 Kilometer zu Fuß durch Südamerika zu erkunden?

Antwort: Uns trieb vor allem die Neugier an, neue unbekannte Welten zu entdecken. Wir waren darauf aus, unser Leben aktiv zu gestalten und unsere eigenen Regeln zu schreiben. In der Wildnis Südamerikas, umgeben von spektakulären Landschaften und wilder Tierwelt, lebten wir jeden Moment intensiv im Hier und Jetzt. Besonders prägend waren die Begegnungen mit Nomaden und Pionieren, die hier eine neue Heimat gefunden haben. Ihre Lebensgeschichten haben uns tief beeindruckt.

patagonisches Eisfeld

Frage: Europa bietet doch so viele beeindruckende Landschaften. Was hat euch dennoch so speziell nach Patagonien gezogen?

Antwort: Patagonien zog uns mit seiner tiefen Abgeschiedenheit und wilden, unberührten Natur an. Man kann tagelang durch unbesiedeltes Land wandern, durch dichte Wälder und Moorlandschaften streifen, ohne auch nur einer Menschenseele zu begegnen. Diese absolute Einsamkeit gibt einem die Freiheit, täglich eigene Entscheidungen zu treffen, fordert aber auch, dass diese wohl überlegt sind, denn die Natur verzeiht keine Fehler. Diese rauen, unzugänglichen und mystischen Orte, oft als das Ende der Welt beschrieben, bieten ein Erlebnis, das in Europa seinesgleichen sucht.

Isla Navarino

Frage: Eure erste Trekkingtour führte euch auf den Kondorrundwanderweg, wo ich das Glück hatte, euch kennenzulernen. Das ist ja ein großer landschaftlicher und klimatischer Unterschied zum kühl-feuchten Süden. Wie kam es dazu?

Antwort: Auf unserer Reise Richtung Süden legten wir eine Pause in Talca ein, einer charmanten Stadt an der Panamericana, umgeben von Naturparks und Reservaten,  nahe der Pazifikküste und den Anden zugleich. In der Casa Chueca fanden wir eine idyllische Unterkunft, eingebettet in blühende Gärten und ausgestattet mit allem zivilisatorischen Komfort. Dort empfahl man uns den Kondor-Rundwanderweg. Ein Vorschlag, dem wir folgten. Der Weg führte uns durch abwechslungsreiche Landschaften: einsame Vulkanregionen, wechselnde Vegetation, grüne Flusstäler, kristallklare Lagunen, heiße Thermen und Sandwüsten.

Virginia Pass

Frage: Trekkingtouren in Patagonien stellen sich oft romantisch dar, doch sie sind auch mit schweren Rucksäcken und kaltem Flusswasser, das durchquert werden muss, verbunden. Wie fühlt sich das wirklich an – ist es immer nur Spaß?

Antwort: Patagonien zeigt sein wahres Gesicht erst durch die Strapazen und Mühen, die man auf sich nimmt. Man muss sich auf ein raues Klima und ständige Wetterwechsel, von Regenschauern bis zu Schneetreiben, einstellen. Diese Herausforderungen sind Teil des Abenteuers und nicht immer leicht zu bewältigen. Es ist die ursprüngliche Wildnis, die einen die eigene Ausdauer und Belastbarkeit immer wieder neu spüren lässt.

Frage: Verpflegung ist auf Trekkingtouren oft ein heiß diskutiertes Thema. Wie steht ihr dazu? Bleiben euch die Mahlzeiten auf euren Wanderungen in guter Erinnerung?

Antwort: Bei langen Wanderungen setzen wir auf leichte und funktionale Nahrung, die zudem schmackhaft sein muss. Unsere Favoriten sind gefriergetrocknete Mahlzeiten, Energieriegel und Früchtemüsli. Diese Kombination versorgt uns optimal und bleibt auch kulinarisch in positiver Erinnerung.

Frage: Ist Euch der Neustart gelungen?

Antwort: Absolut! Wir konnten dort wieder anknüpfen, wo wir früher, bedingt durch unsere beruflichen Verpflichtungen, pausieren mussten.

Frage: Mit Sicherheit seid Ihr bereits wieder am Planen. Dürfen wir erfahren, worüber Euer nächstes Buch handeln wird?

Antwort: Unser nächstes Buch nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Anden, auf den Spuren der Inka und Konquistadoren. Wir erkunden eine längst vergangene Welt, deren Traditionen in den abgeschiedenen Regionen des Altiplano heute noch lebendig sind.

Das Buch kann direkt und schnell beim Verlag: https://www.stockundsteinverlag.de/shop/ bestellt werden.