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von 3. August 2025

Räumliche Orientierung, Gedächtnis und Neuroplastizität: Die Wirkung von Dual-Task-Training


Outdoor-Aktivitäten und Trekking verbinden motorische Bewegung mit räumlicher Orientierung und schenken uns gleichzeitig neue Eindrücke. Zahlreiche wissenschaftliche Studien der letzten Jahre zeigen: Diese Kombination ist ideal, um unser Gehirn fit zu halten – vor allem bei regelmäßiger Anwendung.

Kinder, Senior:innen oder Menschen mit wenig Zeit können diese geistige Aktivierung durch sogenanntes Dual-Task-Training nachempfinden. Es fördert spielerisch die Gehirnentwicklung bei Kindern und unterstützt im Kampf gegen Alzheimer.

In diesem Beitrag erklären wir euch, wie es funktioniert:

Orientierung und Langzeitgedächtnis

Für unsere räumliche Orientierung spielt eine bestimmte Gehirnregion eine zentrale Rolle: der retrospleniale Cortex. Er verarbeitet Informationen wie etwa den Weg vom Supermarkt zur Bushaltestelle und leitet sie an den Hippocampus weiter – jener Hirnstruktur, die aus diesen Daten eine innere Landkarte erstellt.

Der Hippocampus, benannt nach seiner seepferdchenähnlichen Form, liegt beidseitig im unteren Bereich des Gehirns. Er ist nicht nur für die Orientierung zuständig, sondern auch entscheidend beim Lernen und Erinnern. Jedes Mal, wenn wir etwas Neues aufnehmen, wird der Hippocampus aktiv – und dadurch gestärkt.

Neuroplastizität

Der Hirn – Booster

Besonders effektiv wird Lernen durch Bewegung, bei der wir uns im Raum orientieren müssen – etwa beim Balancieren, Spielen oder Tanzen. Kombiniert man diese Aktivitäten mit Denkaufgaben, wird das Gehirn zusätzlich gefordert. Es entstehen neue Verbindungen zwischen Nervenzellen – sogenannte Synapsen. Dieser Prozess, bekannt als Neuroplastizität, ist grundlegend für das Lernen und die Gedächtnisbildung.

Die Zahl der Synapsen ist nicht konstant: Sie steigt in der Kindheit stark an und erreicht mit etwa 24 Jahren ihren Höhepunkt. Auch im Erwachsenenalter werden weiterhin neue Synapsen gebildet – wenn auch langsamer – während andere abgebaut werden. Dual-Task-Training, also die gleichzeitige Ausführung von Bewegungs- und Denkaufgaben, kann helfen, diesen Abbau zu verzögern und die geistige Fitness zu erhalten.

Dual-Task-Training

Verzögerung von Demenz

Gerade für ältere Menschen mit beginnender Demenz kann dieses Training dabei unterstützen, länger selbstständig zu bleiben. Auch Kinder profitieren: Ihre Aufmerksamkeit, das Arbeitsgedächtnis und die Fähigkeit zur Mehrfachaufmerksamkeit werden gefördert – mit positiven Effekten auf Schule, Sport und Alltag.

Übungen

Typische Übungen im Dual-Task-Training sind zum Beispiel:

  • Gehen und dabei zählen
  • Balancieren und dabei Farben benennen
  • Hüpfen und gleichzeitig rechnen
  • Ballspielen und sprechen
  • Klatschen und zählen

Das Wichtigste: Es soll Spaß machen!
Die Übungen sind spielerisch aufgebaut, um Freude am Lernen zu fördern und die Motivation hochzuhalten.

so ging das früher

Neues Lernmodul der Naturschule Talca

Die Fundación Trekkingchile entwickelt derzeit basierend auf europäischen Konzepten ein praktisches Dual-Task-Trainingsprogramm. Ab November 2025 wird es als neues Modul der Naturschule Talca für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren angeboten.