Patagonia Huasa – Toro Trekking
David Gangas lebt in den Bergen bei Linares. Seit vielen Jahren zeigt er Touristen, meist zu Pferd, seine Heimat. Versteckte Wasserfälle, bezaubernde Lagunen, herrlich Berglandschaft mit vergletscherten Vulkanen, bunte Blütenpracht und dichte Urwälder zeigen die Region del Maule von seiner schönsten Seite. David kennt sich hier im Santuario de la naturaleza del Cajón del río Achibueno aus wie nur wenige. Die Toro Trekkingtour war aber selbst ihm nicht komplett bekannt.
Die Zufahrt führt über Linares nach Monte Oscuro, kurz vorher übergeben wir David unser Hauptgepäck und wandern mit einem kleinen Tagesrucksack entlang des türkisfarbenen Rio Achibueno entlang. Am Rio Las Animas führt ein Pfad hoch zu den Wasserfällen die selbst erfahrene Wanderer zum Staunen bringt. Es ist kaum zu glauben, dass solch ein Juwel nicht bekannt ist im ganzen Land.

Wieder zurück am Rio Achibueno führt die Strecke durch dichte Wälder mit einheimischen Baumarten wie Roble oder den seltenen Cipres de la cordillera. Wir verlassen das Haupttal und steigen teilweise steil bergauf zu den Baños de La Gloria, eine weitere gute Stelle sein Zelt zu errichten.

Etwa einen halben Tagesmarsch entfernt befinden sich die Lagunen von Cuellar, eingekesselt am Fusse der Cordillera Lastima mit seinem verschneiten Gipfel. Der Pfad ist mit den Tragtieren kaum mehr zu bewältigen, er führt vorbei an den drei dunkelblauen Lagunen, inmitten einer fast magisch anmutenden Berglandschaft auf 1.900 m Höhe. Überragt wird das Gebiet vom 3081 m hohen Cerro El Toro. Bis hierher war die Route einfach zu organisieren und zu begehen.

Der nun folgende Abstieg in die Quebrada Toro hingegen ist nur mehr erfahrenen Bergwanderern zugänglich. Steile Abhänge, grobes Geröll und kein sichtbarer Weg lassen uns nur mehr langam und vor allem kräftezehrend vorankommen. Die ersten Wälder mit schattigen Plätzen erreichen wir bei der Casa de Lata, einem bekannten Puesto de los arrieros. Von hier führt ein Abstecher zu tausendjährigen Petroglyphen, in den Fels geritzte Zeichnungen und Zeugnis einer reichen Geschichte des Bundeslandes.

Der Weg wird zunehmend besser aber immer noch kein Spaziergang, er endet an der Mündung mit dem Rio Melado. Etwas südlich davon liegt der Parque Guiaquivilo, welcher mit Tinajas calientes, komfortablen Hütten und einem wohlverdienten Grill die Anstrengungen der vergangenen Tage schnell vergessen lässt.

Von den vielen Reisen in vielen Ländern zeigte uns das Trekking wieder mal eines. Maule muss sich vor keiner Destination verstecken auch nicht vor Patagonien. Unsere Schätze sind verborgen, meist nicht leicht zu erreichen aber in ihrer Schönheit einzigartig.
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