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von 8. September 2024

Alpenquerung: Chiemsee – Gardasee


Alpenquerung: Chiemsee – Gardasee – An Alpenquerungen mangelt es nicht mehr, man verliert schon fast den Überblick bei den vielen Möglichkeiten. Egal ob zu Fuss oder mit dem Bike, es hat einfach etwas Magisches an sich die Alpen zu überwinden und der Sonne entgegenzufiebern. Ich bin wahrscheinlich auch nicht der einzige der so eine gewisse Sammelleidenschaft an Routen entwickelt. Die Brennerroute hat mich dabei bisher nicht so gelockt aber auf unserer Radtour vom Chiemsee zum Gardasee ist es nun endlich passiert. Vom Chiemsee der Inn entlang bis Innsbruck, dem 1370 m hohen Brennerpass hoch und mit Schwerkraft eine Traumstrecke über Sterzing bis Malcesine. Wie es uns bei der 400 km langen Radstrecke ergangen ist und ob es sich lohnt, könnt Ihr hier erfahren.

Chiemsee – Schwaz in Tirol, 100 km, 350 Höhenmeter

Es muss schon einen guten Grund geben das Bikerparadies Chiemgau zu verlassen, bei uns war es eine Hochzeit in Malcesine und es gibt doch nichts Schöneres, als mit dem Bike anzureisen. Der Prien entlang durch das schöne Aschau und immer leicht hoch bis nach Sachrang. Nun läuft es von alleine bergab bis nach Kufstein und treffen dort auf den Inn – Radweg. Dieser führt auf 520 km vom Quellgebiet im schweizerischen Maloja bis zur Donaumündung bei Passau. Kufstein ist natürlich ein Augenschmaus, auch sollte Kramsach nicht verpasst werden. Bei Jenbach führt das Zillertal Richtung Süden, wir strampeln aber weiter bis nach Schwaz. Ein kleines Städtchen mit netten Unterkünften und guten Restaurants.

Kufsteing

Schwaz in Tirol – Sterzing, 90 km, 1100 Höhenmeter

Wir streiten noch über der oder die Inn, lassen uns beim Türken mit den Zauberhänden die Haarpracht aerodynamisch schneiden und radeln dem Lauf DER Inn entlang. Hall darf man dabei nicht verpassen, ein unglaublich schöner Ort. Durch Innsbruck geht es hingegen im Schnellgang durch und ab jetzt wird es echt grausam. Wir wurden schon vorgewarnt, dass es ab nun hoch zum Brenner teilweise auf viel befahrener Landstraße zum Albtraum wird. Keiner hat aber etwas von Traktoren in UFO Größe erzählt, das war teilweise echt beängstigend. In Matrei haben wir dann das Handtuch geschmissen und sind mit dem Zug die letzten 20 Minuten hoch zum Brenner. Ich würde das nächste Mal schon in Innsbruck in den Zug rein, sorry. Ab jetzt beginnt jedoch das Paradies, der Eisacktalradweg führt auf einer alten Bahntrasse auf 96 km bis Bozen. Wir rollen bergab bis in das schöne Sterzing, ein echter Augenschmaus.

Sterzing

Sterzing – Salurn, 110 km, 125 Höhenmeter

Der Eisack entspringt am Brenner und mündet nach 100 km bei Bozen in die Etsch. Unterwegs gibt es viel zu staunen, so sind gerade Brixen und Bozen natürlich mehr als einen Stopp wert. Schon vor Brixen gilt es die Franzenfeste mit ihren interessanten Ausstellungen zu besuchen. Hier zweigt auch östlich der Radweg nach Bruneck ab, Teil der bekannten München – Venedig Radstrecke. Wir folgen indessen der Etsch und erreichen nach einem Langen Tag das kleine Städtchen Salurn, mitten im Weinanbaugebiet, welches ausgiebig verschmeckt werden muss.

Etsch Radweg

Salurn – Malcesine, 90 km, 200 Höhenmeter

Der letzte Tag und nochmals fast 100 km, mit meinem E-Bike kein Problem und meinem Sohn mit 15 Jahre hat Power ohne Ende, der ist mit meinem uralt Trekkingrad flotter unterwegs als ich auch ohne E-Motor. Schön das beides klappt und das ganze ohne leidlicher Diskussion pro und contra. Den Abstecher nach Trient hätten wir uns sparen können, ist jetzt kein spannender Ort, den man besucht haben muss. Bei Mori verlassen wir den Etsch Radweg und erreichen bei Torbole den Gardasee. Leider gibt es auf der Strecke bis Malcesine keinen Radweg und der Verkehr entlang der Uferstrasse ist grausam. Aber angekommen ist angekommen, die letzten Meter werden uns den Spaß nicht verderben. War eine super Tour und eine super Zeit. Gerne mal wieder.

Gardasee