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von 27. Juni 2024

Motorradreise Westbalkan


Motorradreise Westbalkan – Der Balkan ist gebrandmarkt, als Gebiet der Auseinandersetzungen, Kriege und Genozide. In den Einschusslöchern der Häuser nisten aber mittlerweile Vögel, der Dinar wurde vom Euro abgelöst und zur Destination Kroatien gesellen sich die Nachbarländer als neue touristische Destinationen. Jedes Land im Balkan ist für sich eine Reise wert, aber in Kombination ergibt sich ein Urlaubsziel mit einer unglaublichen Vielfalt an Natur und Kultur. Albanien und Kroatien bieten feinste Strände mit kristallklarem Wasser, Montenegro ist mit einer fantastischen Natur gesegnet, Bosnien ist als Schmelztiegel verschiedenster Kulturen einzig in Europa, Serbien ist als touristischer Newcomer noch kaum bekannt und Sloweniens Bergwelt überrascht auch Kenner immer wieder aufs Neue.

Es gibt viele Arten den Balkan zu bereisen, sei es mit dem Auto, dem Fahrrad oder auf Wandertouren in den Bergen. Mit dem Motorrad kommt man jedoch auf abenteuerlicher und trotzdem bequemer Weise den Ländern sehr nahe. Straßen, die man zum ersten Mal befährt, Länder die man zum ersten Mal besucht oder Nationalparks, von denen man noch nie gehört hat – mit dem Wind um die Nase erfährt man das Land auf einer ganz eigenen Art und Weise.

Anreise

Von Deutschland führt kein Weg an Österreich vorbei, die Gefahr ist gross nie den Balkan zu erreichen, das Land ist einfach zu schön und ein Paradies für Motorradfahrer. Als Alternative zur Autobahn stehen viele Routen auf Bundesstraßen oder kurvenreiche Pässe zur Verfügung. Zu den bekannten Strecken empfehle ich das Motorradparadies zwischen Murau und Graz über das Gaberlhaus.

Österreich

Slowenien

Natürlich ist es verwirrend, aber Slowenien zählt nun mal zu den Balkanländern, auch wenn es weit vom Balkangebirge entfernt ist. Fakt ist, dass die slowenischen Karawanken ein absoluter Wahnsinn sind und die Motorradstrecke über den Trentopass entlang des Soca Flusses kaum zu toppen ist. Bärenliebhaber finden in Adelsberg südlich von Laibach preislich gute Angebote, um den europäischen Grizzlybären in der Natur beobachten zu können. Falls das nicht klappt, finden Karnivoren im Besten Restaurant unserer Reise Bärenfleisch auf der Speisekarte, und zwar im Restaurant Tri Zvezde in Kocevje.

Slowenien

Kroatien

Bekannt für seine Strände und unglaubliche Städte, reiht sich eine architektonische Perle an die nächste.  Zadar, Sibenik, Split bis ins südliche Dubrovnik, der Spaß scheint entlang der Küstenstraße nicht zu enden, gedämpft wird er nur durch den elendigen Verkehr und den enormen Preisen.  Von der Lage her bin ich nach wie vor ein Fan von Makaskar, hier finden sich auch die besten Ausflüge mit dem Motorrad in das dinarische Gebirge, allen voran die Fahrt hoch in den Naturpark Biokovo.

Kroatien

Montenegro

Das Land verwendet genauso wie Slowenien und Kroatien seit Jahren den Euro als Währung. In Bosnien und Serbien wird der Euro fast immer akzeptiert, teilweise wird das Rückgeld jedoch in der nationalen Währung ausbezahlt. Wir hatten fürs Erste genug Küste und fuhren von Dubrovnik aus durch den bosnischen Nationalpark Sutjeska ins Landesinnere. Hier bietet sich die Besteigung des höchsten Berges von Bosnien an. Trotz seiner beachtlichen 2386 m kann der Maglic an einem Tag bestiegen werden. Die Strecke führt weiter entlang des traumhaften Pivastaussees in das montenegrinische Pluzine. Der Ort ist Ausgangspunkt für die Querung des Durmitor Nationalparkes, der Bikerherzen höher schlagen lässt.

Montenegro

Serbien

Fragt man Kenner über Serbien, wird immer wieder der Nationalpark Tara empfohlen. Guter Ausgangspunkt für einen Besuch ist der beschauliche Ort Bajina Basta. Durch den Park führen serpentinenreiche Motorradstrecken und viele Wanderwege mit spektakulären Ausblicken auf das Tal der Drina. Vorsicht vom Rollsplitt in den Kurven!!! Im Park leben angeblich noch 60 Braunbären, gesehen haben wir davon leider keinen. Von hier sind es nur ein paar Stunden in die bosnische Hauptstadt Sarajewo.

Serbien

Bosnien und Herzegowina

Sarajewo ist für uns die absolute Überraschung gewesen. Das Land weist einen hohen Anteil an Muslimen auf, alle paar Stunden ertönt deshalb der Muezzin. Trotzdem müssen sich Biertrinker nicht fürchten, im Zentrum der überschaubaren Hauptstadt reiht sich eine Kneipe an die andere. Der Flair der Stadt erinnert ein wenig an Istanbul, umgeben von waldbedeckten Bergen und Skigebieten war es sogar 1984 Austragungsort der Winterolympiade. Geführte Stadtbesichtigungen erzählen überwiegend über die Kriegszeiten der 90er Jahre und natürlich dem Attentant an Franz Ferdinand welcher 1914 den Ersten Weltkrieg entfesselte.

Sarajewo