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Trekking - Vulkan Parinacota

Ojos del Salado (6893 m)

Der höchste Vulkan der Welt

Entlang des 6140 km langen Randes der Nasca-Platte reiht sich eine aus etwa 4000 vulkanischen Zentren bestehende Kette. Ihre höchste Erhebung ist der Ojos del Salado, der gemeinhin als höchster aktiver Vulkan der Erde bezeichnet wird, in manchen Quellen auch als höchster Vulkan überhaupt. Der Streit darum, ob er nach dem Cerro Aconcagua und evtl. nach dem Pisis die zweit- oder dritthöchste Erhebung Amerikas ist, dauert an. Unstrittig hingegen ist sein Titel als höchster Berg Chiles.

Der aus 38 Kratern zusammen gesetzte Vulkankomplex weist kaum Aktivität auf, abgesehen von kleineren Fumarolen. In den letzen 500 Jahren sind keine Ausbrüche bekannt, Vulkanologen schätzen die letzte Eruption auf vor 1000-1500 Jahren. 1993 wurde eine kleine Ascheeruption gemeldet.

Als Bergziel stellt der Ojos del Salado keine großen technischen Ansprüche. Bei gutem Wetter sind weder Steigeisen noch Pickel erforderlich. Die letzten 30 m zum Gipfel sind allerdings nur durch eine leichte Kletterpartie zu überwinden. Die Anfahrt führt weit hinauf: Per Allradfahrzeug kann man auf alle Fälle die Atacama-Hütte auf 5200 m erreichen, ohne Büßerschnee sogar die Tejos-Hütte auf über 5800 m. Gerade deswegen birgt der Berg ein großes Risiko unzureichender Höhenanpassung.

Den Bergsteiger erwarten am „Ojos“ traumhafte Landschaftsbilder und fast unberührte Natur. Manche Quellen sprechen im Zusammenhang mit der geographischen Lage fälschlicherweise von der Atacamawüste. Häufige Schneefälle, selbst im Hochsommer, beweisen hingegen, dass die Hochanden einem anderen Klima ausgesetzt sind als die weit tiefer liegende Wüste. Die beste Besteigungszeit liegt zwischen November und April.

Die Höhenangaben diverser Veröffentlichungen variieren teilweise um mehrere hundert Meter. Wir geben hier die Werte unseres GPS-Gerätes an, welches am Gipfel 25 m mehr gemessen hat als die offizielle IGM-Angabe von 6893 m. Besonders falsch zeigten diverse auf Luftdruck basierende Höhenmesser den Gipfelwert an. Die Höhe muss von Lager zu Lager nachgestellt werden, ansonsten summiert sich der Wert bei einem Sechstausender schnell auf 200 m. Bei der Auswahl der Campplätze kann dies recht gefährlich werden, da man dadurch höher schläft als gedacht.

Karte zu dieser Tour

Prof. Manfred Buchroithner der Technischen Universität Dresden hat mit seinem Team eine beeindruckende Flugsimulation über das Gebiet des Ojos del Salado erstellt:
Download als MPG-Datei 5,8 MB

Ausgangspunkt

Copiapó

Transfers

Andres Illangi, Copiapó, Tel.: 09-8855224, 052-221319, 052-211020

Anfahrt

Von Copiapó aus gibt es zwei Routen zur Laguna Verde. Die schönere Landschaft findet sich im Paipote-Tal, die bessere und dadurch schnellere Piste jedoch entlang des Andrés-Tals. Nehmen wir die erste Variante, bieten sich je nach Akklimatisationsgrad verschiedene Camps entlang der Piste an. Die erste Möglichkeit finden wir im windgeschützten Valle Chico auf ca. 3000 m, leicht zu erkennen an seiner außergewöhnlich reichhaltigen Vegetation mit riesigen Fuchsschwanzgräsern. Im oberen Teil des Tals finden sich Ammoniten.

Wer bereits besser an die Höhe angepasst ist, kann an der schönen Laguna Santa Rosa (160 km von Copiapó) auf 3780 m übernachten. Wehen hier die Winde besonders stark, findet sich eine sehr einfache Hütte am Ufer, nur einige hundert Meter links von der ersten Kreuzung am See. Kleine Spaziergänge am Ufer entlang zeigen uns Flamingos, und Ausflüge auf die dahinter liegenden Berge lassen uns noch besser akklimatisieren.

Die Strecke zwischen der Lagune und der Hauptpiste, welche vom Andrés-Tal kommt, ist in besonders schlechtem Zustand, mit zalhreichen sandigen Stellen. Vom Paipote-Tal kommend geht es nach der Kreuzung mit der Hauptpiste 10 km bergab zur Grenzstation. Daneben ragt ein vulkanförmiger Hügel aus der Maricunga-Salzpfanne, und gleich unterhalb des Hügels befindet sich ebenfalls eine schöne Campingstelle. Hier hatten wir zum letzten Mal Handy-Kontakt mit der Außenwelt. An der Grenzstation müssen wir unsere Pässe hinterlegen und die Besteigungsgenehmigung von DIFROL vorweisen.

Die Piste führt nun hinauf Richtung Argentinien zum Paso San Francisco. Unterwegs bietet sich ein Stopp am Wasserfall des Río Lama an. Immer wieder zeigen sich Guanacos vor dem Hintergrund weitläufiger Vulkanlandschaften. Auf der guten Piste erreichen wir nach insgesamt 265 km von Copiapó die türkis schimmernde, relativ windgeschützte Laguna Verde auf etwa 4400 m. In einer sehr einfachen Hütte steht eine 40° warme Quelle zu Verfügung (falls geschlossen, bei der Polizeistation nahebei nach dem Schlüssel fragen). An und für sich ein idealer Ort, hier einige Tage zum Akklimatisieren zu verbringen, nähmen die Touristen nur ihren Müll wieder mit!

Weniger vermüllt sind die Lagerplätze in der Nähe der alten Polizeistation. Dazu fahren wir die Piste einige Kilometer zurück und nehmen die Abzweigung Richtung Süden. Hinter der verlassenen Polizeistation auf etwa 4500 m zieht sich ein steiles Felsband mit hellem Gestein durch die Landschaft. Buchtförmige Einschnitte schützen etwas vor dem Wind. Vorsicht jedoch mit dem sandigen Untergrund, der selbst Allradfahrzeugen Schwierigkeiten bereiten kann! Die meisten Bergsteiger gönnen sich hier einen Akklimatisationstag und besteigen wenigstens teilweise den Mulas Muertas (5897 m), der sowohl von der Laguna Verde als auch von der Polizeistation aus zugänglich ist. In beiden Fällen wird der Aufstieg durch eine kurze Anfahrt per Allrad abgekürzt.

Für die letzte Anfahrtsetappe von 22 km zum Refugio Atacama auf 5280 m sollte mit 1 bis 2 Stunden gerechnet werden. Vom Hauptweg zweigen immer wieder Spuren ab, die man ignorieren sollte. Allradantrieb ist auf alle Fälle notwendig. Das Refugio Atacama bietet zwei Stockbetten und einen Kochplatz. Neben der Hütte gibt es jede Menge ebene Campstellen, Wasser hingegen nur bei Schnee.

Aufstieg

Etappe 1
525 m , 3 h, 5830 m

Je nach Klima und Jahreszeit kann man die Strecke zum Refugio Tejos ebenfalls mit Allrad zurücklegen – freilich fast eher besteigen als befahren. Obwohl ein Pfad die Serpentinenstraße abkürzt, bevorzugen wir den Aufstieg auf der weniger steilen Piste. Für die Strecke benötigen wir ca. 3 Stunden, wobei der Weg nicht zu verfehlen ist. Die Tejos-Hütte (5830 m) ist doppelt so groß wie die Atacama-Hütte, hat 6 Betten und bietet zusätzlich Platz auf dem Boden. In der Hochsaison kann es frelich notwendig sein, ein Zelt mitzubringen, da man mit anderen Expeditionen rechnen muss. Angesichts der großen Höhe sollte man zunächst an einem Tag (oder mehr) das Material zum Refugio Tejos transportieren und wieder zur Atacama-Hütte absteigen.

Gipfeltag
1060 m 25 m , 7-9 h, 6918 m

Sehr gut akklimatisiert kann der Gipfel in Angriff genommen werden: kein leichtes Unterfangen! Bei trockenem Klima ist der Weg gut ersichtlich und bereits von der Tejos-Hütte einsehbar. Bei Schnefall sieht das bereits anders aus. Wer bereits früh morgens losgehen will, sollte besonders die erste Teilstrecke an vorherigen Tagen inspizieren, um sie ggf. auch im Dunkeln zurücklegen zu können. Die ersten 100 Meter sind noch immer Piste, anschließend führt nur mehr ein schmaler Weg einen kleinen Abbruch hoch zum Hang. Im Zickzack geht es nun steil bergauf, immer links von einem kleinen Gletscher. Auf der Höhe des oberen Gletscherbeginns umgehen wir diesen oberhalb auf die andere Seite. Der Pfad führt nun Richtung NW die Schulter hoch zum Kraterrand.

Ist der Krater einmal erreicht, liegt der Gipfel zum Greifen nah, aber angesichts der übermenschlichen Anstrengung in dieser Höhe noch immer weit weg. Wir queren den Kraterrand und steigen die andere Seite hoch. Den Aufstieg auf den felsigen Gipfeldom erleichtern meist vorhandene Fixseile. Technisch ist dieser Part zwar relativ leicht, doch sollten die oft sehr starken Winde und der Einfluss von Höhe und Anstrengung nicht unterschätzt werden. Ein falscher Schritt kann fatale Folgen haben! Besser auf Nummer Sicher gehen und die letzen Meter mit Seilsicherung zurücklegen. Der Gipfelausblick ist phantastisch: kein Punkt über uns, nur der Himmel.

GPS-Daten Ojos del Salado

Laguna Santa Rosa

S 27°05.331'

W 069°10.429'

3779 m

Alte Polizeistation

S 26º55.714'

W 068º35.969'

4500 m

Refugio Atacama

S 27°03.668'

W 068°32.857'

5280 m

Refugio Tejos

S 27°05.257'

W 068°32.292'

5830 m

Kraterrand

S 27°06.431'

W 068°32.570'

6764 m

Gipfel

S 27°06.576'

W 068°32.531'

6918 m

Vorschlag für die Tagesplanung

1. Vormittags Einkäufe, nachmittags 154 km Transfer von Copiapó zur Laguna Santa Rosa auf 3800 m. Bei ungenügender Akklimatisation unbedingt vorher im Valle Chico auf ca. 3000 m bleiben.

2. Akklimatisations-Wanderung und Transfer zur Laguna Verde auf 4400 m. Camp bei den Thermen oder bei der verlassenen Polizeistation Richtung Ojos del Salado.

3. Akklimatisationstour auf den Mulas Muertas (5897 m), wobei nicht der Gipfel, sondern die Höhenanpassung im Vordergrund steht.

4. Transfer mit 4x4 zum Refugio Atacama auf 5280 m.

5. Materialtransport zu Fuß zum Refugio Tejos auf 5830 m und Abstieg zum Refugio Atacama.

6. Aufstieg zum Refugio Tejos.

7. Erster Gipfelversuch (7-9 h).

8. Zweiter Gipfelversuch und Abstieg zum Refugio Atacama.

9. Rückkehr nach Copiapó.


Karte zu dieser Tour

Laguna Verde
Laguna Verde

 

 

Guanaco
Guanaco am Weg

 

 

Mulas Muertas
Akklimatisierung am Mulas Muertas

 

Camp Atacama
Camp Atacama

 

 

Camp Atacama
Camp Atacama

 

 

Ojos del Salado
Aufstieg

 

 

Refugio Tejos
Camp Tejos

 

 

Ojos del Salado
Am Camp Tejos

 

 

Ojos del Salado
Im Büßerschnee

 

 

Ojos del Salado
Kletterstelle am Gipfel

 

 

Ojos del Salado
Das Gipfelkreuz!