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von 24. August 2018

Südsee – Wandern auf Tahiti, Moorea und Bora Bora


Die Südsee ist sicherlich jedem Tauchfreund und Hochzeitspärchen ein Begriff aber kaum ein Wanderer kommt auf die Idee dort auf Touren zu gehen. Besonders Tahiti und Morea sind aber unerwartet spannende Ziele. Ihre Bergwelt mit über 2000 m hohen Gipfeln, schroffe Hänge dicht bedeckt mit duftender Vegetation und vor allem die Kombination mit den herrlichsten Stränden der Welt und seinem aquariumsähnlichen Gewässer, machen dieses Urlaubs- auch zu einem Wanderziel.

Reisezeit für Tahiti, Moorea und Bora Bora

Auf Tahiti regnet es satte 12 Meter pro Jahr, wobei davon etwa 9 Meter in den Monaten von Dezember bis Februar niederschlagen. Jetzt wisst Ihr vielleicht schon mal wann Ihr nicht fahren wollt. Die trockensten aber auch kältesten Monate liegen jedoch zwischen Mai bis August. Ab September wird es wieder wärmer aber auch regnerischer. Wir sind diesmal mitten im August hier, ich sitze gerade auf der Terrasse in Papeete und es hat heute genauso geregnet wie bei unserem letzten Besuch im Oktober.

 

Inselrundfahrt auf Tahiti

Zum ersten Kennenlernen von Tahiti eignet sich eine Rundfahrt entlang der Küstenstraße. Tahiti besteht aus zwei Inselteilen, dem größeren Tahiti Nui und dem kleineren Tahiti Iti. Eine etwa 160 km lange asphaltierte Straße, meist mit Fahrradstreifen, führt einmal um die Hauptinsel. Weder die Sehenswürdigkeiten entlang der Straße noch die Strände sind echte Attraktionen, es ist vielmehr die Landschaft mit den vielen Kokospalmen und den schroffen Bergen im Inland.

  • Einer der schönsten Strände ist der Mahana Strand mit Korallen und bunten Fischen zum Schnorcheln.
  • Zu den Höhlen von Vaipoiri führt ein kurzer Pfad durch dichte Vegetation.
  • Beim ehemaligen Paul Gauguin Museum befindet sich noch der botanische Garten. Der Eintritt ist frei, die Anlage auch toll gemacht allerdings fehlen die Erklärungsschilder zu den einzelnen Pflanzen.
  • TIPP!! Wir verlassen die große Inselhälfte Tahiti Nui und zweigen ab auf die Küstenstraße der kleineren Inselhälfte Tahiti Iti. Am Strand La Plage Maui befindet sich das gleichnamige Restaurant, das ist zwar recht einfach aber mit toller Atmosphäre. Der Besitzer spricht sogar deutsch.
  • Wieder retour auf Tahiti Nui fahren wir zur anderen Inselseite weiter Richtung Papeete. Der kleine Wasserfall „Cascades de Faaone“ soll energetisch besonders geladen sein.
  • Richtig interessant wird es dann am Point Venus, zumindest für geschichtlich Interessierte. 1769 beobachtete hier James Cook den Durchgang der Venus. Die London Royal Society erwartete sich davon die Berechnung der Entfernung zur Sonne. Mit an Bord war William Bligh, auf dessen Schiff 1788 an der gleichen Stelle gemeutert wurde. Das Schiff hatte Brotbaumfrüchte an Bord und hieß Bounty. Heute stehen mehrere kleine Statuen zu Erinnerung an beide Geschehen an diesem Platz. Die Geschichte der Meuterei auf der Bounty wurde mit Marlon Brando als Hauptdarsteller verfilmt. Marlon Brando kaufte sich die kleine Insel Tetiaroa auf der sich heute das Luxus Resort Brando befindet, in dem sich Bratt Pitt und Co die Klinke drücken.

Patagonien, Osterinsel, Tahiti … warum nur träumen? Eine irre Wanderreise zu den Traumzielen der Erde.


Inselquerung von Tahiti mit dem 4×4

Wer keine Lust auf Wanderungen hat, kann trotzdem das Landesinnere Tahitis erkunden. Mehrere Agenturen bieten dafür Jeep Safaris für etwa 70 USD pro Person an. Die Route bleibt dabei immer die gleiche, nur der Preis variiert etwas. Auf einer Strecke von etwa 50 km, quert die holprige Piste Tahiti Nui. Sie führt zwar immer entlang der traumhaft schönen Täler von Papenoo und Vaihiria, ist aber definitiv nicht geeignet für Leute mit Höhenangst oder Rückenproblemen. Von den umliegenden schroffen Berghängen, dicht bedeckt mit tropischer Vegetation, stürzen sich eine Vielzahl an Wasserfällen herunter. Im einfachen Restaurant Relais de la Maroto gibt es unterwegs einheimische Gerichte mit einer tollen Aussicht als Beilage. Nun geht es nochmals ein Stück steil bergauf, 200 m durch einen Tunnel durch und weiter das Valée Valhiria bergab. Schon von weit oben sehen wir den See Lac Valhiria. Die Aussicht während der ganzen Fahrt ist bei gutem Wetter sicher genial, bei uns gab es meist Wolken und Regen. Am späten Nachmittag erreichen wir wieder die Küstenstraße bei Mataia, nicht weit vom botanischen Garten entfernt.

Wanderungen auf Tahiti

Wanderung in das Fautaua Tal

Tahiti ist kein Bade- und Strandparadies, abgesehen vom internationalen Flughafen ist es vor allem das Landesinnere mit seinen schroffen Berggipfeln und der tropischen Vegetation welche vor allem Wanderherzen höher schlagen lässt. Nahe Papeete führen mehrere Tagestouren durch dschungelartige Wälder zu Wasserfällen und dem über 2000 m hohen vulkanischen Gebirge. Aus dem Fautaua Tal wird das Trinkwasser für die Hauptstadt gefördert. Eine Wanderung führt anfangs eben bis zur Brücke und anschließend steil und rutschig hoch zur Cascade.

Wanderung Aorai

Auf dieser Wanderung erwartet einem eine Bilderbuchlandschaft unterhalb des Aroai Bergens. Steile, schroffe Wände, dicht mit Vegetation bedeckt fallen fast senkrecht bergab. Die Berggipfel verstecken sich oft in den Wolken. Bei Windstille hört man die Brandung am Riff bis zur Schutzhütte hoch. Bei Regen verwandelt sich der Pfad allerdings in eine extrem rutschige und gefährliche Tour. Die Wanderung sollte daher nur bei wirklich trockenem Boden und auch nur von schwindelfreien Wanderern unternommen werden.

Wanderungen auf Morea

Ancient Trail

Auf dem Ancient Trail sind mehrere Ruinenanlagen, die sogenannte Maraes zu finden. Landschaftlicher Höhepunkt ist der fantastische Ausblick vom 3 Pine Lookout auf die Cooks Bay. Der Weg ist dabei recht einfach und auch auf feuchten Boden noch gut zu gehen. Es muss ein kleiner Bach gequert werden, jedoch auf rutschigem Fels. Vielleicht die schönste Wanderung auf der Insel.

3 Cocos Trail

Die bekannteste Wanderung Mooreas mit Blick auf beide Küstenseiten. Moorea gilt als die Wanderinsel, schroffe Gebirge bis auf die höchsten Gipfel mit Vegetation bedeckt ragen aus dem türkisfarbenen, leuchtenden Meer. Die Trockenzeit von März bis Ende November gilt zwar als beste Reisezeit, trotzdem kann es auch in diesen Monaten regnen und die Wege verwandeln sich in rutschige und schlammige Pfade. Der Trail startet beim Aussichtspunkt „Belvedere“ mit herrlichem Blick über die Cook Bay und Opunuhu.

Vaiare Wanderung

Unweit der Fähranlegestelle beginnt diese kurze Wanderung hoch zum Aussichtspunkt. Kurz aber steil mit super Blick auf die Cooks Bay und dem allgegenwärtigen Mt. Rotoi. Der Weg ist allerdings bei feuchtem Boden nur schwer zu gehen, besonders beim Rückweg muss man vorsichtig sein. Schön ist der untere Teil durch die kleinen Gärten mit einer Vielzahl an tropischen Früchten.

Moorea Rundfahrt mit dem Fahrrad

Per Rad geht es durch Kokosplantagen und traumhafter Bergkulisse. Es ist schwierig halbwegs brauchbare Fahrräder zu mieten aber die Rundfahrt über die Insel ist atemberaubend schön und gibt einen guten Einblick in das typische Landleben Polynesiens. Besonders an Wochenenden hört man überall Musik, die Leute treffen sich am Strand, aus den Kirchen hört man die Ukalele spielen und bei Schönwetter zeigt sich die toprische Pracht der Insel von allen Seiten.

Bora Bora Ausflüge und Exkursionen

Die 9 km lange und 5 km breite Insel ist der Rest eines längst erloschenen Vulkans. Nur mehr Teile des Kraterrandes ragen aus der türkisfarbenen Meereslagune. Der Riffsaum umkreist die Insel und bildet ein bilderbuchhaftes Atoll. Wir schnorchelten 2006 zum letzten Mal auf Bora Bora, der Fischreichtum ist leider auch für uns Laien sichtbar gesunken. Die Preise sind hingegen gleich geblieben, was eher nicht so gut ist. Sogar im Supermarkt einkaufen und selber kochen lässt die Geldbörse schneller schrumpfen als man nachfüllen kann.

Unterkünfte Bora Bora

Wir testen ja sehr gerne, nicht nur Restaurants, sondern auch Unterkünfte. Auf Bora Bora nächtigten wir immerhin auf drei verschiedenen Plätzen. Besondere Erwähnung verdient hier die Rohotu Fare Lodge in die Pofai Bay, südlich von Vaitape. Der Besitzer ist aus Israel und ein wahrer Künstler, dementsprechend eingerichtet ist die Unterkunft welche aus nur drei Hütten besteht. Jede ist mit einer Küche eingerichtet, diese sind im Freien, nur der Schlafraum besitzt eine Air Kondition. Ebenso beeindruckend ist die Vegetation in der sich die Anlage befindet, fast wie ein botanischer Garten. Alle Ausflüge lassen sich vom Hotel aus organisieren und das sogar günstiger als direkt bei der Agentur. Es gibt allerdings weder Essen noch Frühstück, man muss sich alles selbst zubereiten oder in ein Restaurant gehen.

Mit dem Fahrrad auf Bora Bora

Ich nehme mir immer gerne mal das Rad und fahr drauf los. Einige Unterkünfte bieten einfache Modelle kostenlos an, ansonsten gibt es mehrere Mietstationen. Bei einer einzigen Ringstraße von etwa 30 km kann man sich auch kaum verfahren. Unterwegs ist die Freundlichkeit der Einwohner total erfreulich, alle grüßen mich und Autofahrer geben acht mir nicht zu nahe zu kommen. Auf der Ostseite der Insel ist zwar kaum Verkehr, es warten aber zweimal kurze Anstiege auf uns. Im Sofitel genieße ich einen guten Kaffee, schräg gegenüber gibt es zudem leckeres Eis. Der schönste Strandabschnitt des Matira Beaches befindet sich gleich am Matira Snack, für mich die beste Stelle der Insel. Das Wasser ist fast lauwarm, hat eine fast unnatürlich blaue Farbe und ist glasklar, genauso wie man es sich Bora Bora vorstellt. Ein Stück weiter verziert eine Kokospalmenallee die Straße und im Bloody Mary´s warten Tropical Drinks und das nicht nur auf die Hollywood Stars die hier gerne stoppen.

Schnorcheltouren auf Bora Bora

Ein weiterer Hit sind die Schnorcheltouren auf Bora Bora. Es gibt viele Agenturen vor Ort, wir sind mit der von einheimischen Agentur Lagoonarium unterwegs gewesen. Die halbtägige Schnorcheltour kostet 80 USD, der ganze Tag inklusive Grill kostet 120 USD, Kinder zahlen die Hälfte. Man wird vom Hotel abgeholt und zur Bootsanlegestelle der Agentur gebracht. Zuerst fährt man zu einem Tidenkanal (Hoa) östlich der Insel und schnorchelt mit Stachelrochen und Schwarzspitzen Riffhaien, das ist ja mal echt fantastisch.

Weiter geht es zum Korallengarten bei den zwei Inseln (Motus) vom Sofitel. Dies ist einer der besten Schnorchelgebiete innerhalb der Lagune. Mit dem Boot umrunden wir dann ganz Bora Bora und legen zum Schluss im Lagoonarium an. Hier kann man mit Zitronenhaien und Rochen in einem von Netzen abgetrennten Becken schnorcheln. Es wird im Internet zwar teilweise hochgelobt, ich persönlich finde es weder toll mit gefangenen Haien zu schnorcheln noch ist der Strand schön.