Isla Mocha
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von 25. Mai 2018

Isla Mocha – Trauminsel für Wanderer in Chile


Die Isla Mocha ist ein Geheimtipp in Chile und das nicht nur für Wanderer. Dieses nur 52 km² große Inseljuwel bietet mit seinen herrlich weißen Sandstränden und fast unberührten Naturwäldern tolle Wandermöglichkeiten. Sowohl an Tagestouren ausgehend von der Unterkunft, als auch eine mehrtägige Tour rund um die Insel zeigen das Pazifikeiland von seiner schönsten Seite. Auf der einzigen Straße sind nur wenige Autos unterwegs. Die etwa 700 Bewohner nutzen meist noch immer Pferdekutschen.

Isla Mocha

Natur

Fast die Hälfte der Insel (ca. 45 %) ist von einheimischen Wald, Olivillo, Chilco, Arrayan, Arrayan macho, Ulmo, Canelo und Boldo, bedeckt. Interessant ist auch die Vogelwelt mit ihren 102 hier auftretenden Arten. Besonders hervorzuheben ist hier die bedrohte Fardela castellana, welche in Höhlen in den höchsten Waldzonen nistet. Der Gesang des Chucao de la mocha und das Geschrei der Bandurrias begleiten den Besucher auf allen Wegen. Auf der 14 km langen und 6 km breiten Insel fallen 1350 mm Niederschlag pro Jahr. Durch ihre Lage mitten im Pazifik weist die Insel eine angenehme Durchschnittstemperatur von 12 °C auf.

Geschichte

Der Ursprung von Mocha ist in seinem Namen zu suchen. Die ersten Ureinwohner der Insel, ein Mapuchestamm nannte es „Amuchra“, was so viel wie „Auferstehung der Seelen“ bedeutet. Nach Glaubensvorstellung des Mapuchevolkes stellt die Insel das Nirwana der Verstorbenen dar. Die Insel wurde von den Spanien 1544 entdeckt. Zu jener Zeit war Mocha von den Lafkenches, ein Mapuchevolk, besiedelt. Da sich die hier lebenden Indigenos nicht durch Treue zur spanischen Krone auszeichneten, wurden sie kurzer Hand 1685 deportiert. Selbst gefürchtete Piraten hatten es nicht leicht mit den hier lebenden „Mochanos“. Sir Francis Drake wurde 1578 angegriffen und sein Gesicht mit einer hübschen Narbe verziert. Über 100 Schiffe sollen rund um das Eiland versunken sein. Bei Tauchausflügen können diese besichtigt werden. Für 160 Jahre geriet die Insel in Vergessenheit bis sie ab 1833 aus wirtschaftlichen und politischen Interessen wieder besiedelt wurde. Heute leben etwa 650 Menschen auf der Insel, welche hauptsächlich von Meeresfrüchten, Algen und Viehwirtschaft leben. Jede Familie bearbeitet ihr eigenes Stück Land und lebt im Einvernehmen mit der Natur. Dieser Grundsatz ist wohl auch der Grund dafür, dass ein so großer Teil Naturwald vor Einschlag verschont geblieben ist. Am 22.Mai.1960 wurde auch Mocha von dem stärksten aller je registrierten Erdbeben in der Südlichen Hemisphäre heimgesucht. Mit einer Stärke von 9,5 auf der Richterskala bäumte sich eine Meereswelle von 25 m auf und wälzte sich über die Insel. Unglaublich, dass dabei nur ein Leben gefordert wurde.

Wanderungen

Wenn schon denn schon. Ist ja schon ein Aufwand die Insel zu erreichen, dann sollte man auch gleich die ganze Insel erkunden. Für eine Inselumrundung gibt es zwar keinen ausgeschilderten Weg den man folgen kann aber es ist echt einfach immer der Schnauze nach der Küste zu folgen. Trinkwasser erbittet man an den Bauernhöfen, dort kann man auf Anfrage auch sein Zelt errichten und erhält somit auch leicht Anschluss am Inselleben. Wer unterwegs keine Lust mehr hat, wird gerne von der nächsten Pferdekutsche oder den Algensammlern auf dem Pick up mitgenommen. Versorgungsmöglichkeit gibt es im „Centro Civico“ mit einem kleinen Lebensmittelmarkt, auf halber Strecke. Auf einer Tagestour kann man die Westküste entlang wandern, vorbei an Seelöwen und einer fantastischen Vogelwelt. Als Tagesetappe kann man sich per Fahrzeug am nördlichsten Punkt der Insel absetzen lassen. Kurz vorher sieht man Seelöwen an den Küstenfelsen. Nun wieder der Küste auf der Westseite der Insel entlang erreicht man in ca. 3 h den Leuchtturm, in weiteren 3 h die Unterkunft. Dazu sollte man sich am Leuchtturm absetzten lassen. Auf keinen Fall verpassen darf man die Inselquerung durch dichten Wald, dessen Baumkronen ein Geflecht bilden, das der Haarpracht eines Rastafaris gleicht.

Unterkünfte und Anreise

Im Prinzip kann die Insel nur per kurzem Flug erreicht werden, der ist aber mit etwa 30 USD auch echt günstig. Auf der Insel gibt es eigenartiger Weise kaum Unterkünfte, Restaurants oder Veranstalter. Über die Lodge Punta Norte oder der Unterkunft Punta del Saco können komplette Pakete zu günstigen Preisen gebucht werden, auch den Flug.

 

Beste Reisezeit

Keine Frage, Mocha ist eine regenreiche Insel, die beste Reisezeit daher im chilenischem Sommer. Oktober ist fast noch zu früh, die besten Monate liegen zwischen November bis Ende März.