Lebensmittel

Kleine Lebensmittelkunde für Bergsteiger

Am Ende der Tour bleiben meist die Süßigkeiten über.

Viele Bücher sind voll von Forschungsergebnissen und Theorien, welche Lebensmittelzusammensetzung die idealste wäre. Zudem gibt es mittlerweile bereits eine breite Auswahl an gefriergetrockneter oder gar komplett künstlicher Nahrung im Handel. Wir wollen hier gar nicht herum theoretisieren, sondern einfach von Erfahrungen berichten welche wir auf vielen von uns organisierten und betreuten Touren erhielten.

Am Ende der Tour bleiben meist die Süßigkeiten über. Durch Anstrengung verlangt der Körper eher nach Salzigem und nicht nach Süßem.

In großer Höhe sollte Flüssigkeit hauptsächlich in Form von Kräutertee, heißer Schokolade und Suppe zu sich genommen werden. Von Kaffee und Schwarztee wird wegen seiner entwässernden Wirkung eher abgeraten. Ab ca. 5000 m nehmen viele Bergsteiger außer Tee und Suppen kaum noch andere Nahrungsmittel zu sich. Wer feste Mahlzeiten mit Gewalt runterwürgt, darf sich nicht wundern, wenn das Essen von alleine wieder nach oben kommt. Dies sind Anzeichen von Höhenproblemen, es sollte daher nicht weiter aufgestiegen werden.

Bei anstrengenden Touren und in großen Höhen wird viel Wert auf wenig Gepäck gelegt. Um den Verbrauch von schwerem Benzin oder Gas zu senken, sollte in diesen Fällen auf Speisen mit langer Garzeit verzichtet werden. Auf Grund des geringen Aufwandes und akzeptablem Resultat bieten sich in diesen Fällen gefriergetrocknete Fertigspeisen an. Diese sind auch in Chile bei einigen Bergsportaustattern erhältlich.

Stellt die Trekkingnahrung eine komplett andere als gewohnt dar, braucht der Körper einige Zeit um sich daran zu gewöhnen. In großen Höhen kann das zu Anpassungsproblemen führen. Idealer Weise sollte die Nahrung schon vor der Bergtour etwas angepasst werden.

Trockennahrung entzieht bei normaler Zubereitung dem Körper meist noch immer Wasser. Deshalb sollte gefriergetrocknete Nahrung nur mit reichlich Flüssigkeit zu sich genommen werden.

Bohnen und Linsen lassen sich im trockenen Zustand zwar gut transportieren. Deren Zubereitung erfordert aber immer mehrstündiges Einweichen. Zusätzlich besitzen sie eine ziemlich blähende Wirkung.

Häufig kleinere Mahlzeiten belasten den Körper weniger als eine große Mahlzeit. Ideal dafür sind Trockenobst, Nüsse und Energieriegel.

Der Energiebedarf bei Trekkern liegt im Schnitt zwischen 3000- 5000 kcal. Bei anstrengenden Bergtouren erreichen diese Werte allerdings auch schnell die 8000 kcal Marke.
Fette liefern bei gleichem Gewicht das Doppelte an Energie wie Kohlenhydrate. Bei langen Treks und besonders bei tiefen Temperaturen darf der Fettanteil bei Speisen etwa 20-40 % (Trockengewichtanteil) betragen. Für die Energieumsetzung aus Fetten wird jedoch erhöht Sauerstoff verbraucht, weshalb in großen Höhen der Fettkonsum eingeschränkt werden sollte.
Der Proteinanteil bei Trekkingspeisen sollte zwischen 10-20% liegen. Da diese jedoch zur Verdauung mehr Energie und Wasser als andere Energielieferanten benötigen, sind sie ebenfalls nicht bei tiefen Temperaturen oder für große Höhen geeignet. Ihr Anteil sollte daher niedrig gehalten werden.
Kohlenhydrate (Zucker und Stärke) stellen den idealen Brennstoff für Trekker und Bergsteiger dar. Sie sind leicht verdaulich und verbrauchen weniger Sauerstoff und Wasser. Besonders auf hohen Bergen kann der Kohlenhydratanteil der Speisen ohne weiteres 80 % betragen.