Kocher

Benzin oder Gas, was nehme ich mit?

Ob Benzin- oder Gaskocher ist mehr eine philosophische Frage. Die Gemüter der Wanderer heizen sich bei Diskussionen über pro und kontra oft stärker auf als ihre Kocher. 

Wir verwenden seit Jahren Gaskocher, hauptsächlich der Einfachheit wegen. Der Kocher muss nicht vorgeheizt werden, es verstopfen keine Düsen, das Gas verbrennt sauber und auch beim Transport stinkt der Kocher nicht den Rucksack voll. Selbst in großen Höhen hatten wir bisher keine Probleme damit. Kleine Gaskocher sind in Chile für wenig Geld (€ 20,-) erhältlich und sind auch für große Höhen tauglich, lediglich der Piezzozünder gibt ab 5000 m meist seinen Geist auf. Bei der Kocherwahl muss man allerdings erwähnen, dass Benzin im Gegensatz zu Gas überall, auch in abgelegenen Regionen, zu erhalten ist.

Gaskartuschen und Waschbenzin (benzina blanca) erhält man in allen großen Baumärkten (Easy, Sodimac). Als Anhaltspunkt kann man eine 250 g Gaskartusche pro Person für 3 Tage rechnen. Man sollte einen Kocher mit Schraubanschluß wählen, da der Transport dadurch wesentlich einfacher ist. Ein Benzinkocher kommt im Vergleich dazu mit 0,7 l ca.8 Tage durch.Im Gewicht weichen die Werte also nicht allzuweit voneinander ab. Keiner der beiden Treibstoffe darf im Flugzeug transportiert werden!!!

Durch den niedrigeren Siedepunkt von Wasser mit zunehmender Höhe, erhöht sich natürlich auch die Garzeit und somit der Energieverbrauch. Der Tagesbedarf an Treibstoff muss durch den erhöhten Flüssigkeitsbedarf in extremeren Höhen ebenfalls angehoben werden. Wenn man zur Flüssigkeitsgewinnung noch zusätzlich Schnee schmelzen muss, sollte man mindestens die doppelte wenn nicht sogar dreifache Gas- oder Benzinmenge veranschlagen. Zur Energieernsparniss sollte immer ein Topfdeckel (ersatzweise Pfanne) und ein Windschutz verwendet werden. Wenn Gewicht keine wesentliche Rolle spielt, empfiehlt es sich einen Druckkochtopf zu verwenden. Ausführungen aus Aluminium können einfach und günstig in Chile erworben werden.

Für Expeditionen mit Gruppen eignen sich Industriekocher mit großem Brennaufsatz und einer 5 kg Gasflasche (erhältlich an vielen Tankstellen). 10 Personen kommen damit auch in großen Höhen mit reichlich Teewasser gut 1 Woche aus. Bei dem Transport muß die Kupplung (spezielle Kupplungen in Chile) für die Gasflasche gut gegen Staub geschützt sein. Sicherheitshalber sollte eine Ersatzkupplung mitgeführt werden.

Vorsicht!!! Zweimannzelte sind als Kochstelle nicht geeignet. Wird im Zelt gekocht ist höchste Vorsicht geboten, da der Kunststoff extrem leicht entflammbar ist. Ausserdem kann es in geschlossenen Zelten schnell zu einer Kohlenmonoxidvergiftung kommen. Weitere Gefahrenherde stellen kochendes Wasser, sowie heisse Töpfe und Pfannen dar.

Sein Süppchen am Lagerfeuer zu kochen ist natürlich sehr romantisch, doch sollte man vorsichtig mit Outdoorkleidung sein, denn nach einer Funkenflugbehandlung bleibt auch das beste Gore-Tex Material nicht mehr regenfest. Vorsicht!!! Ebenfalls leicht entzündlich ist das Büschelgras Patagoniens. In trockenen Sommern kann es leicht zu Waldbränden kommen. Deshalb ist in einigen Nationalparks offenes Feuer komplett verboten. Auf häufig besuchten Trails sollte gegebenenfalls immer eine schon vorhandene Feuerstelle verwendet werden. Im Gegensatz dazu werden auf Wildnistouren immer alle Spuren im Anschluß beseitigt. Holz ist im Norden des Landes ein rares Produkt. Die nur langsam gedeihende Buschvegetation sollte auf gar keinem Fall dem Feuer zum Opfer fallen. Die Feuerstelle immer mit Steinen eingrenzen, möglichst wenig Holz verwenden und nahe am Wasser errichten (für den Fall eines Brandes). Bei Wind sollte man auf Grund der Funkenfluggefahr am Besten auf offenes Feuer verzichten. Vor dem Verlassen des Camps muss die Feuerstelle komplett mit Wasser gelöscht werden.