Imobilien in Chile

Ausländer können in Chile Grundeigentum erwerben wenn sie die Steuernummer RUT besitzen; sie unterliegen keinen Beschränkungen.

Jedoch dürfen Grundstücke in Grenznähe (bis 10 km) nur von Chilenen erworben werden. Sehr wichtig ist, sich beim Grunderwerb die korrekten Eigentumsrechte des Verkäufers unter Einschaltung eines Anwalts nachweisen zu lassen. Häuser zur Miete gibt es in einfachen Vierteln ab 100.000 Pesos, in Las Condes liegt der Durchschnitt bei etwa 400.000 bis 850.000 Pesos, für eine Fläche von ungefähr 140 m2. Es gibt eine Steuerermäßigung für Wohnungen bis zu 140 m2, so dass bis zu dieser Fläche ein Großteil der Wohnungen gebaut wird. Darüber hinaus gibt es meistens einen großen Sprung in der bebauten Fläche, ab 160m2 oder 180m2 aufwärts. WiFi-Anschluss, Warmwasser, Toilette und Stromanschluss sollten vor der Mietvertragsunterzeichnung auf Funktionsfähigkeit überprüft werden. Die Heiz- und Waschkonditionen sollten ebenso festgehalten werden wie eine Inventar-Mängelliste. Vermieter beheben Mängel (z.B. im sanitären Bereich) oft nur nach intensivem Nachhaken. Die Wohnungen und Häuser in Chile sind zwar günstiger als in Mitteleuropa, jedoch oft mit relativ einfachem Baumaterial errichtet. Vieles sieht oberflächlich gesehen von außen ganz gut aus, das Innere und die Fenster sind aber von eher einfacher Qualität. Die Immobiliensuche kann sich daher, je nach Ansprüchen, schwierig gestalten. Es kann sein, dass man im Internet oder in der Zeitung scheinbar ein Schnäppchen findet, sich aber dann herausstellt, dass es an diesem und jenem gewohnten Standard fehlt oder das Objekt in einem nicht gerade vertrauenserweckenden Stadtviertel liegt, vor dem einen die Chilenen selbst warnen. Bei der Mietvertragsunterzeichnung sind dem Vermieter stabile wirtschaftliche Verhältnisse, durch Unterlagen wie Arbeitsvertrag und Einkunftsnachweise (z.B. Gehaltsüberweisungen), nachzuweisen.

Es ist ratsam, wie bei allen halbwegs wichtigen Verträgen in Chile, auch den Mietvertrag notariell beglaubigen zu lassen. Generell läuft der Mietvertrag über ein Jahr und wird vor Ablauf der Frist wieder erneuert. Als Kaution ist eine Monatsmiete üblich. Empfehlenswert ist eine Immobilie mit integrierter Parkmöglichkeit, damit das Auto nicht auf der Straße der Diebstahlgefahr ausgesetzt ist.
Bei der Miete einer Hochhaus-Appartmentwohnung sollten Nebenkosten wie Gärtner, Wachdienst, Sauna, Swimmingpool, Wäscheservice, Parkplatz, Besprechungszimmer, Fitnessraum, Internetraum, Spielzimmer, Verwaltungsgebühren, Reparaturen etc. nicht unterschätzt werden (in guten Wohnlagen um 150.000 Pesos). Auf der anderen Seite haben diese Gemeinschaftseinrichtungen („condominios“) auch viele Annehmlichkeiten und senken Kosten, die bei einem Einfamilienhaus alleine zu tragen wären.

Die Maklergebühr beträgt 40-100 % des monatlichen Mietpreises.

Wer ein Haus oder Grundstück kaufen will, kann dies auch als Tourist mit der Steuernummer RUT tun. Auf keinen Fall sollte man dies aus der Distanz arrangieren, da es auch einige schwarze Schafe bei den Maklern gibt. Eine Vertrauensperson vor Ort ist sehr wichtig.

Am wichtigsten ist jedoch die Untersuchung, ob die Immobilie überhaupt „sauber“ ist bezüglich Titel, Eigentumsverhältnissen und Hypotheken-Altlasten. Dies sollte unbedingt von einem Rechtsanwalt untersucht werden. Im Grundbuchamt muss man ein Zertifikat anfordern, welches für 10 Jahre die „Schuldengeschichte“ bestimmt, sowie ein Weiteres, welches bestätigt, wer der momentane Besitzer ist.

Für Neubauten ist bei der Kommune eine Baugenehmigung erforderlich, leichter ist das bei Fertighäusern („casas prefabricadas“). Beides muss von einem Architekten geregelt werden.

Bei der Handwerkerauswahl sollte nicht unbedingt auf den Titel der sogenannten „Maestros“ vertraut werden, sondern eher auf deren vorherigen Werke. „Maestro“ heißt zwar übersetzt „Meister“, die Fähigkeiten sind aber kaum mit denen zu vergleichen, welche diesen Titel in Europa tragen. In Chile ist es nicht nötig für eine Geschäftsgründung einen Gesellen- oder Meisterbrief zu haben. Selbstverständlich sind die Kostenunterschiede zwischen einer Hilfskraft und einem gelernten „Maestro“ erheblich. Bei allen Neubauten oder bei Veränderungen der bebauten Fläche oder der Struktur müssen Fachkräfte die Arbeit ausführen, unter anderem weil die Pläne von den Behörden genehmigt werden müssen.

Nebenkosten
Die Kosten für Elektrizität betragen in Santiago bei einem mehrköpfigen Haushalt etwa 25.000-30.000 Pesos/Monat, im Winter liegen sie etwas höher. Die chilenischen Steckdosen haben die gleiche Spannung wie die deutschen (220V, 50 Hz), Geräte mit Schukostecker können allerdings nur mit einem z.B. in Supermärkten erhältlichen Adapter („adaptador“) benutzt werden.