Gesundheitswesen in Chile

Gesundheitswesen in Chile

Die allgemeine medizinische Versorgung in Chile ist gut

Chile ist hinsichtlich der hygienischen Verhältnisse ein relativ sicheres Land in Südamerika.

Krankheiten wie Malaria oder Gelbfieber gibt es nicht und nur vereinzelt traten in den letzten Jahrzehnten Fälle von Cholera auf. Viele Häuser und Wohnungen – vor allem auf dem Land – sind noch nicht an Trinkwasserversorgung und Kanalisation angeschlossen. Deshalb können sich auch Infektionskrankheiten wie typhoides Fieber, Tuberkulose und Paratyphus, venerische Krankheiten und Erkältungskrankheiten ausbreiten. Die Betreuung durch den staatlichen Gesundheitsdienst SNS, vor allem für die mittellose, sozial schwache Bevölkerung, kann noch verbessert werden, ohne diese Personengruppe finanziell zu belasten. Es sollen auch alle Arbeitnehmer mit einem bestimmten Mindestlohn kostenlosen ärztlichen Service erhalten. Beschäftigte mit höheren Einkommen sind meist privatversichert und können einen Teil der medizinischen Kosten selbst tragen. Nicht wenige Medikamente sind in Chile rezeptfrei erhältlich. Bei kleineren Erkrankungen konsultieren viele Chilenen, auch weil es billiger ist, eher die Apotheken-Angestellten statt einen Arzt. Der Anteil von Generika-Arzneimitteln beträgt etwa zwei Drittel. Homöopathische, natürliche Produkte gibt es bei www.farmaciasknop.clwww.heel.clwww.hahnemann.cl oder www.weleda.cl.

Für Chile sind keine Impfungen vorgeschrieben, die Hygiene-Standards sind relativ hoch. Empfohlen wird aber Schutz gegen Tetanus, Diphtherie, Polio und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über 3 Monate eventuell auch Hepatitis B. Auch eine Tollwutimpfung kann sinnvoll sein, vor allem bei Reisen durch ländliche Regionen.

In Chile übertragen vor allem Ratten den weltweit verbreiteten Hanta-Virus. Er hält sich in dunklen Räumen, vor allem in lange geschlossenen Ferienhütten. 581 Personen infizierten sich in Chile von 2001 bis 2008, 209 davon starben.

Von den Spinnen sind die „Araña del rincón“ (lebt in Ecken und dunklen, wenig benutzten Räumen) und die „Araña del trigo“ (lebt auf Feldern) giftig. Im Falle von Rötungen der Haut bzw. Bissen ist sofort ein Arzt aufzusuchen.

An HIV (Aids) sind in Chile etwa 20.000 Menschen infiziert.

Alle paar Jahre wird Chile von giftigen Algen heimgesucht, im Volksmund Marea roja (rote Flut) genannt. Auch die Fische, Muscheln und Schnecken, die von den Algen fressen, sind dann giftig und für den Menschen gefährlich. Alle Muscheln und Fische, die im betroffenen Gebiet trotz behördlichen Verbotes noch gefischt werden, müssen vernichtet werden. Gegen die verantwortlichen Fischer werden empfindliche Strafen verhängt. Den Namen Marea roja hat das Ereignis nach der Rotfärbung des Meerwassers, die durch die massenhafte Blüte der giftigen Alge zustande kommt. Weil Muscheln große Mengen Wasser filtern um an Nahrung zu kommen, nehmen sie die giftigen Algenblüten stärker auf als andere Organismen und reichern sie an.

Krankenversicherung
Eine Auslandsreiseversicherung (z.B. bis 1 Jahr) sollte bereits vor Abflug abgeschlossen werden (z.B. ELVIA Reiseversicherung oder die Europäische Reiseversicherung).

Websites:
www.care-concept.de (günstig, für 1 Jahr nur etwas über 300 EUR)
www.reisepolice.com (mehrere Anbieter)
www.versicherungszentrum.de

Preis- und Leistungsvergleiche lohnen sich. Kreditkarten werden in chilenischen Privatkliniken als Garantie akzeptiert.
Auch Unfall- und Haftpflichtversicherung sollten vorab abgeschlossen werden.

Isapres sind private Krankenkassen die für alle offen sind oder an eine bestimmte Gruppe von Beschäftigten gerichtet sind. Es wird ein Vertrag abgeschlossen mit einem bestimmten beitragsabhängigen Gesundheitsplan. Bei Spezialgebieten (z.B. Zahnarzt oder Psychiater) gibt es große Unterschiede im Leistungsangebot unter den einzelnen Isapres. Zu den 7% festgesetzten Krankenbeiträgen hat man je nach Leistungsauswahl einen zusätzlichen Plan-Beitrag zu zahlen. Man sollte also individuell Leistungen und Kosten vergleichen. Über der Bemessungsgrenze kann man sich bei den Krankenversicherungen einen der besten Pläne aussuchen. Chronisch Kranke und alte Menschen werden kaum aufgenommen. Will man später nach Europa reisen bieten die Isapres auch eine zusätzliche Auslandsreiseversicherung an. Es gibt eine Superintendencia de Isapres, das ist die Aufsichtsbehörde der Krankenkassen, wo man sich informieren kann (www.supersalud.cl). Eine günstigere Alternative als die Isapres ist der Fondo Nacional de Salud FONASA (www.fonasa.cl), wo man aber nur eine Standardversorgung bekommt. Es sind einige „Bonos“ zu bezahlen für Arztsprechstunden und Examen.