Umwelt

Ökologische Lebensräume der Aymara in Chile

Das Volk der Aymara lebt heute in Gebieten, die zu verschiedenen Staaten gehören: Bolivien, Peru und Chile.

Ökologische Lebensräume
In Nordchile konzentriert es sich hauptsächlich auf die I. Region Tarapacá und, in geringerem Ausmaße, auf die II. Region Atacama. Die Lebensräume der Aymara sind sehr unterschiedlich: Sie reichen vom Andenhochland über die Vorkordillere und die Andentäler bis zur Pampa del Tamarugal und der Pazifikküste. Die Besetzung der verschiedenen Lebensräume ist weder geschlossen noch einheitlich, sondern erfolgt in Streifen, die eine Art vertikales Archipel bilden, das sämtliche ökologischen Räume umfasst. Gemeinsam bilden sie ein sozioökonomisches und politisches System. Die Unterschiedlichkeit der einzelnen Lebensräume führt dazu, dass auch die wirtschaftliche, soziale und politische Organisation der einzelnen Aymara-Gruppen unterschiedlich ausgeprägt ist. Immer jedoch hat sie einen Bezug zur mythologischen und religiösen Bedeutung des Raumes und ist der Weltanschauung der Aymara untergeordnet, die den Lebensraum als ein einheitliches Ganzes betrachtet.

Andenhochland
Das Andenhochland beginnt auf einer Höhe von 3.800 bis 4.000 Metern und wird von den mächtigen Berggipfeln der Andenkette beherrscht. Seine Landschaften sind von bestechender Schönheit, ganz besonders die unendliche Hochlandpampa, die vielen Feuchtgebiete, Hochlandseen und Salzseen. Das Hochland ist ein äußerst symbolträchtiges Gebiet für die Aymara, leben hier doch die Achachilas, die Schutzgötter ihrer Ahnen. Die Tierwelt des Andenhochlands wird vor allem von den Neuweltkamelen (Lamas, Alpakas und Vikuñas) bestimmt. Außerdem sind hier der Andenkondor und andere Vögel wie die Riesenblässralle (Tagua Gigante), der Flamingo und die Andengans (Piuquén) heimisch.

Küste
In der Vergangenheit wurde auch der pazifische Küstenstreifen von den Aymara beherrscht. Karawanen von Neuweltkamelen zogen über die Handelsstraßen, vom Andenhochland über die Vorkordillere, durch die Andentäler und die Wüste bis an den Pazifik. Auf diesen Karawanen wurden Tauschgüter transportiert, um eine effektive Verteilung der unterschiedlichen Rohstoffe unter den Bewohnern der verschiedenen ökologischen Lebensräume sicherzustellen. Heute leben viele Aymara in den chilenischen Küstenstädten Arica und Iquique. Sie ziehen jedoch zu allen wichtigen Traditionen und Festtagen des Volkes, die während des Jahres begangen werden, in das Bergland.

Vorkordillere
Als Vorkordillere wird das Gebiet ummittelbar vor dem Andenhochland bezeichnet. Charakteristisch für diese Zone sind die zahlreichen Anden- oder Flusstäler, die früher von Terrassen (Patanaka) überzogen waren, mit denen die Aymara ihre Anbaufläche erweiterten.