Impressum, Kontakt
English
Trekking Pferdetrekking in Chile Kajak Reisen Unterkunft Info Chile Hiker-Café Startseite

Trekking - Vulkan San Jose

San José (5850 m)

Training für den Aconcagua

Leicht erreichbar, einfacher Aufstieg, große Höhe, eine der wenigen Schutzhütten Zentralchiles, und dies alles in traumhafter Berglandschaft – kein Wunder, daß der Vulkan San José immer beliebter wird. Zunehmend wird er als Akklimatisationsberg für den Aconcagua von Bergsteigern aus aller Welt besucht. Wegen der niedrigen Ausgangshöhe von nur 2370 m sind für seine Besteigung allerdings kaum weniger an Höhenmeter als am Aconcagua zu überwinden.

Obwohl hier in sechs Tagen vorgestellt, sollte die Tour ohne vorangegangene Höhenanpassung nicht unter acht Tagen unternommen werden. Die Reservetage werden dabei zur optimalen Akklimatisierung und zum Anlegen höher gelegener Depots verwendet. Dabei sollte man keine geruchsintensiven Lebensmittel deponieren, da Füchse bis über 5000 m ihr Unwesen treiben. Zwischendurch einen Reservetag einzulegen erhöht nicht nur die Gipfelchance, sondern verschönert die gesamte Tour durch neuen Elan und einen stressfreieren Aufstieg. Je nach Erfahrung und Schneeverhältnissen sind Pickel und Seil nicht unbedingt erforderlich, auf Steigeisen kann hingegen auf keinen Fall verzichtet werden. Ab dem Refugio muss Schnee geschmolzen werden, also genug Brennstoff für den Kocher mitnehmen.

Ausgangspunkt

Santiago

Anreise

Die Straße durch den Cajón del Maipo führt über das Städtchen San José vorbei an Baños Morales Richtung Baños Colina. Ca. 47 km hinter San José kreuzt die Schotterpiste über eine Brücke den Río Colina. Unmittelbar hinter der Brücke befindet sich ein Ziegenpferch mit guter Parkmöglichkeit. Die hier lebende Familie versorgt uns mit frischem Käse, organisiert den Gepäcktransport auf Pferden und achtet ein wenig auf abgestellte Fahrzeuge. Der Startpunkt unserer Tour liegt auf 2370 m.

Tag 1 (5 h, 700 m 40 m )

Eine Sandpiste führt den Hang entlang und auf der rechten Flußseite zurück Richtung Baños Morales. Schon nach wenigen hundert Metern zweigt rechts ein kleiner Pfad ab und führt mäßig ansteigend rund um den markanten Felsberg El Morro.

Nach etwa einer Stunde verändert sich die Landschaft. Die letzten Felsen weichen, und vor uns liegen die saftigen Weiden des Valle de la Engorda. In diesem breiten Tal verzweigt sich der Weg in alle Richtungen. Wir folgen nicht dem Tal bergauf, sondern queren es Richtung Norden und suchen die kleine Brücke, welche auf etwa 2500 m Höhe über den Estero Engorda führt (200 m, 40 m). Alternativ folgen wir bei wenig Wasser einfach dem Tal und kreuzen an einer geeeigneten Stelle den Bach.

Richtung Norden führt die Normalroute auf den Cerro Marmolejo durch das komplett mit Gesteinschutt bedeckte Tal des Estero Colina. Wir erkennen bereits von hier die dicken Gletscher des lang gezogenen Gipfelgrates. Richtung Südosten setzt sich das Engordatal fort, und im Osten erhebt sich vor uns der mächtige runde Block des San José. Unterhalb davon stürzen sich zwei Bäche den felsigen Hang herunter. Wir wandern eine Dreiviertelstunde das leicht ansteigende Tal hinauf (80 m ) und steuern dabei auf den rechten Bach zu. Auf 2600 m beginnt wieder ein eindeutiger Pfad auf der Südseite des rechten Baches. Dieser windet sich in Serpentinen 520 Höhenmeter den Hang hoch, quert einige Male den Bach und erreicht nach etwa 2 Stunden Aufstieg die Plantat-Hütte auf 3130 m.

Die Hütte ist zwar nicht bewirtschaftet, bietet aber genug "Luxus" für einen angenehmen Akklimatisations-Tag, den wir mit Materialtransport ins nächste Lager verbringen. Einen schönen Blick auf den San José bekommen wir schon nach einer etwa halbstündigen Tour auf den 3290 m hohen Josecito. Dieser befindet sich südwestlich der Hütte und ist durch sein Gipfelkreuz leicht erkennbar.

Tag 2 (5 h, 980 m )

Vor der Hütte wurde ein Bach zu einem kleinen Teich aufgestaut. Auf der anderen Seite des Bachs beginnt der Pfad, der sich in Serpentinen den Schutthang hochwindet. Bis Ende Dezember ist ab hier noch mit Schnee zu rechnen. Nach etwa einer Stunde Aufstieg Richtung Osten (390 m ) erreichen wir den wegen seiner Gesteinplatten als Lajas bekannten Rücken (Campingstellen), welcher sich bogenförmig vom Josecito bis zu den Hängen des San José streckt.

Zwischen diesem Rücken und dem San José liegt der mit Schnee gefüllte obere Ausläufer des Engorda-Tals. Ohne an Höhe zu verlieren, steigen wir weitere 430 m auf, welche sich in 1,5 Stunden bewältigen lassen. Auf knapp 4000 m unterhalb mächtiger Seracs stoßen wir auf einige Felsinseln mitten im Schnee. Vorsicht, unterhalb des Gletschers besteht hohe Steinschlaggefahr!!! Mit dem Charakter einer Skipiste führt unsere Route westlich rund um die Schulter, auf dem der Serac aufsitzt, nach oben. Nach weiteren 45 min. erreichen wir auf etwa 4100 m (160 m ) einige gute Campmöglichkeiten auf weiteren Felsinseln. Alternativ befinden sich auf 4200 m und auf 4330 m weitere, bessere Stellen zum Campieren.

Die Route ist je nach Jahreszeit mit Steinmännchen markiert, und die Campingstellen befinden sich alle auf dem steinigen Rücken, welcher sich vom Josecito bei der Plantat-Hütte über Lajas bis hierher fortsetzt. Wasser steht hier nurmehr in Form von Schnee zur Verfügung, daher genügend Treibstoff für den Kocher zum Schmelzen mitnehmen!


Tag 3 (2 h, 450 m)

Je nach Schneelage folgen wir entweder dem teilweise sichtbaren und mit Steinmännchen markierten Pfad durch das Geröll oder steigen einfach weiter das Schneetal hoch. Ab 4300 m kraxeln wir entweder über die Moräne (Vorsicht, das Gestein liegt auf blankem Eis auf, extreme Rutschgefahr!!!) oder steigen weiterhin im Schnee zwischen dieser nördlichen Moräne und dem südlich anschließendem Berghang auf. Je nach den klimatischen Bedingungen können hier hinderliche Penitentes das Vorankommen schweißtreibend gestalten.

Nach 2 Stunden Aufstieg (450 m ) erreichen wir ein schönes Camp auf etwa 4530 m mit mehreren ebenen Stellen. Am Nachmittag gluckert oft Schmelzwasser im anschließenden Felsbereich und erspart uns das langwierige Wasserschmelzen. Der Nachmittag kann für eine weitere Akklimatisationstour und Materialtransport in das nächste Lager genutzt werden.


Tag 4 (2,5 h, 430 m )

Vom Camp aus queren wir durch grobe Felsblöcke direkt zum südlich liegenden Berghang. Hier sollte bereits der Pfad sichtbar sein, der in Serpentinen durch loses Gestein auf die Schulter hochführt. Nach etwa 1 Stunde (160 m ) erreichen wir auf 4700 m deren oberen Teil. Hier stehen direkt oberhalb des Serac, den wir am zweiten Tag passierten, ausgezeichnete Campingmöglichkeiten zur Verfügung.

Auf der Schulter führen Serpentinen durch lockeren Schutt und Geröll weiter Richtung Osten hoch. Südlich von uns erstreckt sich das Gelände mäßig abfallend zum nahe liegenden Gletscher hin, und nördlich zieht sich an der Bergschulter eine Abbruchkante entlang, welche gleich unterhalb in steile Schutthänge übergeht. Weitere einzelne Campingmöglichkeiten befinden sich links und rechts des Pfades auf 4800 m, 4850 m und 4960 m. Das 4960 m hoch gelegene Camp erreichen wir im Zickzack-Kurs nach etwa 1,5 Stunden Aufstieg (270 m ).


Tag 5 (5 h Aufstieg, 900 m)

Gipfeltag! Ein Pfad führt weiter durch den Schutt zum oberen Teil des Gletschers, quert diesen auf kurzer Distanz und führt direkt zum Pass zwischen Nord- und Südgipfel. Je nach Schneebedingungen und Sicht kann es von Vorteil sein, ganz über den Gletscher aufzusteigen. Bei unserer Besteigung sahen wir keine einzige Spalte, Steigeisen waren aber erforderlich. Für den Anstieg vom 4960 m hohen Lager bis zum Portezuelo auf etwa 5400 m (440 m ) muss mit mindestens 2 Stunden gerechnet werden, wobei die letzten 500 m vor dem Pass bereits eisfrei sind.

Südlich vor uns liegt nun der Vulkankegel. Die von hier aus sichtbare höchste Stelle ist leider noch nicht der Gipfel... Typisch für viele Vulkane hat auch der San José eine "falsa cumbre", einen falschen Gipfel. Mühevolle 1,5 Stunden (280 m ) führen uns zunächst zum Kraterrand auf etwa 5700 m. Östlich liegt die höchste Erhebung, die Cumbre Internacional mit 5850 m, westlich der etwas niedrigere Schwefelfinger des Cumbre Chileno, welchen wir nach einer weiteren halben Stunde erreichen.

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte eine komplette Runde um den Kraterrand unternehmen. Wer noch fit genug ist und den Ausblick genießen kann, wird überwältigt sein. Besonders beeeindruckend ist das steil abfallende Horn des stark vergletscherten Marmolejo im Norden.

Der Rückweg erfolgt über die selbe Route. Ausgehend vom 4960 m hohen Lager kann man die Gipfelbesteigung und den Abstieg bis zum Refugio Plantat an einem langen Tag schaffen.

Tag 6

Abstieg vom Refugio Plantat zum Ausgangspunkt (2-3 Std.)

Karte zu dieser Tour


Aufstieg

 

 


Camp

 

 


Immer höher hinauf

 

 


Durch den Büßerschnee

 

 

 

 

 

Adventure Handbook Central Chile

 

 

El Caminante