Impressum, Kontakt
English
Trekking Pferdetrekking in Chile Kajak Reisen Unterkunft Info Chile Hiker-Café Startseite
Trekking - Patagonien

 

Robinson-Crusoe-Insel

Trekking mitten im Pazifik

Weit draußen im Pazifik, 674 km vom Festland entfernt, liegt die zu Chile gehörende Isla Robinson Crusoe (48 Quadratkilometer). Gemeinsam mit den weit auseinander liegenden Inseln Santa Clara (2 km2) und Selkirk (50 km2) bildet sie den Archipel Juan Fernández. Ihren Ruhm verdankt sie einem Piratenstreit: Im Jahre 1704 ließ sich der schottische Matrose Alexander Selkirk nach heftigen Auseinandersetzungen mit dem Kapitän des Freibeuters, auf dem er segelte, auf der menschenleeren Insel aussetzen. Nach 4 Jahren und 4 Monaten wurde er gerettet und kehrte nach Großbritannien zurück. Seine Geschichte aber, phantasievoll angereichert durch den Schriftsteller Daniel Defoe, der aus Selkirk den Romanhelden Robinson Crusoe machte, ging um die Welt.

Im Westen präsentiert sich die vulkanische Insel trocken in den verschiedensten Erdtönen. Im Osten ragt der Cerro Yunque, mit 915 m die höchste Erhebung der Insel, auf. Seine Hänge sind durch Schluchten tief eingeschnitten und protzen mit üppigem Grün. Die Pflanzenwelt ist durch 215 Arten vertreten, von denen 130 allein auf dieser Insel zu finden sind. Im einzigen Ort der Insel, San Juan Bautista, leben etwa 500 Leute von Langusten und Fischfang. Der Tourismus ist zwar im Wachsen begriffen, dennoch kommen, vor allem wegen des hohen Flugpreises, jährlich nur etwa 2000 Besucher.

Reisezeit

September und Oktober sind sehr windig, daher können die kleinen Flugzeuge manchmal nicht landen. Die beste Reisezeit liegt ab der zweiten Novemberwoche bis Ende März.

Anreise

2,5 h Flugzeit vom Flughafen Cerrillos in Santiago. Zur Zeit verkehren zwei Fluglinien, Aeromet (Av. Pedro de Valdivia 0210 Esq. Costanera, Tel. 2/3330888) und Lassa (Av. Larraín 7941, Aeródromo Tobalaba, Tel. 2/2735209, lassa@terra.cl). Kosten: ca. USD 400 für Hin- und Rückflug. Der Preis beinhaltet den ca. einstündigen Transport per Boot vom Flugplatz bis zum Ort Juan Bautista.

Unterkunft

Refugio Náutico, Tel. 32/751-077
Martínez Green, Tel. 32/751039
Hostería Pangal, Tel. 9/2735209
Hostal Breuilh, Tel. 32/751107

Führer

Rosa María Recabarren, Tel. 32/751020
Carlo Montalbetti, Tel. 32/751030

Restaurant

Die Unterkünfte bieten alle Halb- und Vollpension an, ansonsten kann noch das Restaurant Baron de Rott empfohlen werden.

Touren

Fast die gesamte Insel ist Nationalpark. Für Ausflüge muss deshalb ein Eintritt von ca. USD 6 entrichtet werden, der für eine Woche gültig ist.

Plazoleta El Yunque
250 m , 3 h

Das Conaf-Besuchergebäude befindet sich oberhalb der Straße Lord Anson. Eine Fotoaustellung und ein kleiner botanischer Garten zeigen Wissenswertes über die Inseln. Hier wird auch der Eintritt bezahlt. Wir steigen die Lord Anson etwas weiter hoch. Nach ca. 15 min. passieren wir ein Holzgatter. Gleich darauf zweigt der Weg ab. Wir folgen dem linken Pfad vorbei an weißen Wassertanks. Nach 10 min erreichen wir das Nationalparktor. Wir folgen den Pfad weitere 30 min. und erreichen den Picknickplatz „El Yunque“. Eine etwa einstündige Rundtour führt von hier ausgehend durch interessante Vegetation mit Nalcas, Lumas und verschiedenen Farnen.

GPS-Daten

Conaf-Besuchergebäude

S 33°38.506'

W 078°48.933'

Nationalparktor

S 33°39.273'

W 078°50.916'

El Yunque

S 33°39.930'

W 078°51.007'


Salsipuedes
450 m
, 1:15 h

Vom Hafen aus gehen wir für 10 min. die Straße Pólvora hoch. Am Ende der Straße weist ein Schild „A Salsipuedes“ nach rechts. Nun führt ein schmaler Pfad 10-15 min. hoch zum Nationalparkeingang. Der Wald besteht hier nur aus Eucalyptus, Aromos und Kiefern. Kurz nach dem Eingang kommen wir an eine Weggabelung: die einzige Möglichkeit sich zu vergehen. Wir nehmen die Abzweigung rechts. Bald schon verlassen wir den Wald, nun bedecken Schwertlilien und Murtillabüsche den Hang. Nach insgesamt 1:15 h erreichen wir den Aussichtspunkt auf 424 m gleich unterhalb der Antenne. Unter uns liegen Juan Bautista und die Bahia Cumberland.

GPS-Daten

Schild

S 33°38.062'

W 078°50.184'

Salsipuedes

S 33°37.739'

W 078°50.289'


Sendero de Chile
805 m
, 7 h

Der Sendero de Chile quert die ganze Insel, vom Flugplatz bis nach Juan Bautista. Per Boot gelangen wir von Juan Bautista in 1-1,5 h zur Bahía Padre unterhalb des Flugplatzes. Wir folgen ein Stück der Piste Richtung Flugplatz. Bevor wir diesen erreichen, queren wir einfach rechts zur Steilküste rüber. Hier eröffnet sich ein spektakulärer Ausblick auf El Arenal, den einzigen Sandstrand der Insel - und selbst der hat nicht immer Sand aufzuweisen. Entweder kehren wir wieder zurück zur Piste oder steigen einfach den Hügel vor uns hoch, der Windsack des Flugplatzes ist schon von Weitem zu sehen. Am Flugplatz vorbei erreichen wir nach ca. 500 m das Eingangstor zum Nationalpark auf 144 m. Bis hierher benötigen wir mit langer Fotopause weniger als 1 h.

Der Sendero de Chile ist hier noch immer eine Piste, also leicht ersichtlich. Wir passieren nach wenigen Minuten ein Holzgatter. Rechts führen Serpentinen hinab zur größten Seelöwenkolonie der Insel in der Bahía Tierra Blanca. Ihr Gebrüll kann man bis hierher hören. Ein Besuch der Kolonie auf dem Landweg sollte jedoch vermieden werden, da die Tiere dabei unnötig gestresst werden. Wir folgen der Piste und erhaschen nach weiteren 45 min. an der Punta Chupones auf 276 m einen Blick auf die nächste Bucht. Ein kleiner Abstecher führt noch näher zur Steilküste. Nach weiteren 1,5 h eröffnet sich der Blick auf die Villagra-Bucht. Ein Schild „3 Puntas“ weist hier (256 m) auf die dahinter liegenden Berge hin. Die Vegetation ist bisher nicht besonders vielfältig, die Hänge sind überwiegend von Trun bedeckt. Im Herbst bleiben die Kletten besonders gern an Baumwollhosen kleben.

Vor uns liegen bereits die grünen Hänge, die sich zum Mirador Selkirk hochziehen. Nach einer weiteren Stunde erreichen wir den Picknickplatz im Villagra-Tal mit einer Conaf-Hütte auf 278 m. Hier befinden wir uns bereits in üppig grüner Vegetation. Der Weg ist ebenfalls schmaler geworden und führt in Serpentinen hoch zum Pass, dem Mirador Selkirk, auf 571 m. Insgesamt haben wir für die Strecke fast 6 h gebraucht, allerdings mit zahlreichen Fotostops. Unter uns liegen bereits die Bahía Cumberland und die Häuser von Juan Bautista. Der Weg bergab ist nicht zu verfehlen, und nach weniger als 1 h erreichen wir das Nationalparktor auf 191 m. Nur wenig unterhalb beginnt die Straße Castillo, die zum Fort St. Bárbara führt. Insgesamt benötigten wir 7 h.

GPS-Daten

Bahía Padre

S 33°40.187'

W 078° 56.161'

Arenal

S 33°40.378'

W 078°56.039'

Nationalparkeingang

S 33°39.889'

W 078°55.668'

Bahía Chupones

S 33°39.157'

W 078°54.503'

Tres Puntas

S 33°38.709'

W 078°52.984'

Villagra

S 33°38.205'

W 078°52.074'

Mirador Selkirk

S 33°38.210'

W 078°51.087'

Nationalparktor

S 33°38.248'

W 078°50.384'


Rebaje de la Piña
1140 m
, 7 h

Eine weitere Tagestour erfordert wiederum die Anreise per Boot. Bei Schlechtwetter sollte die Tour nicht unternommen werden, da das Anlanden schon bei halbwegs gutem Wetter recht abenteurlich ist. Die Bootsfahrt kostet etwa 30.000 Pesos (ca. 50 USD) für das ganze Boot und dauert ca. 45 min von Juan Bautista bis zur Bahía Francés. Gleich in der Bucht befinden sich ein Campingplatz und eine Conaf-Hütte mit einem Wasserhahn dahinter. Alles Trinkwasser außerhalb von Juan Bautista sollte entkeimt werden.

Wir steigen das Tal bergauf. Nach ca. 30 min. gabelt sich das Tal. Links führt ein Weg hoch nach Pascua und in die Quebrada Hedionda (Stinkende Schlucht), wir bleiben im rechten Tal. Die Vegetation wird dichter, die ersten Luma-Bäume tauchen auf. Wir halten uns auf der linken Hangseite des Tals. Der Weg ist nicht durchgehend sichtbar, verliert sich oft und ist im Frühjahr angeblich gar nicht vorhanden. Ein örtlicher Führer ist für diese Tour anzuraten.

Nach weiteren 30 min. führt eine Leiter über einen Stacheldrahtzaun. Nun wandern wir bereits durch dichten Wald mit kräftigen Naranjillo-Stämmen. Nach insgesamt 1,5 h erreichen wir den Aussichtspunkt Rebaje de la Piña auf 378 m. Unter uns liegt die wild zerklüftete Küste.

Nach einer ausgiebigen Pause steigen wir in 45 min. wieder ab Richtung Bahía Francés bis zu der Stelle auf 150 m, wo sich die Quebrada Hedionda mit „unserer“ Quebrada trifft. Insgesamt sind wir bisher 485 m und 285 m in 2:15 h gegangen.

Von hier steigen wir nicht weiter bergab, sondern folgen einem der zahlreichen Trampelpfade links den spärlich bewachsenen, stark erodierten Hang hoch. Nach 30 min. erreichen wir den Alto del Francés auf 250 m, eine grasbedeckte Ebene mit herrlichem Blick auf die Bucht, welche nun direkt unter uns liegt. Wir hatten sogar das Glück, Wale zu beobachten, die immer wieder aus dem Wasser sprangen.

Der Weg folgt nun meist gut sichtbar dem zerklüfteten Hang oberhalb der Küste. Dabei muss jede Quebrada umgangen werden. Nach 1:30 h erreichen wir die Quebrada Pesca de los Viejos auf 240 m, 15 min. später die Quebrada La Labra auf 230 m. Nochmals 15 min. später queren wir ein Gatter. Um auf den vor uns liegenden Hang aufzusteigen gibt es drei Möglichkeiten; wir nehmen den ganz linken Weg. Dies ist zwar der steilste, aber auch der kürzeste Pfad. 30 min später erreichen wir den Rücken (380 m), unter uns liegt bereits die nächste Quebrada El Rabanal, und wir sehen schon die Antenne am Aussichtspunkt Centinela. Wir steigen etwas ab und nehmen abermals den ganz linken Pfad von drei Möglichkeiten. Der Weg verliert sich im dichten Murtillagestrüpp und im Lumawald. Wir benötigen 45 min., um die Antenne und den Aussichtsplatz Centinela auf 360 m zu erreichen.
Wir steigen weitere 45 min. ab bis zum Nationalparktor kurz vor der Hostería Pangal auf 113 m. Von hier sind es nochmals 45 min. bis ins Zentrum von Juan Bautista. Im zweiten Teil der Tour stiegen wir 655 m und 750 m und benötigten 5 h.

GPS-Daten

Bahía Francés

S 33°39.726'

W 078°46.628'

Quebrada Hedionda

S 33°39.954'

W 078°47.358'

Rebaje de la Pina

S 33°40.163'

W 078°48.145'

Alto del Francés

S 33°39.594'

W 078°46.763'

Q. Pesca de los Viejos

S 33°39.120'

W 078°47.346'

Q. La Labra

S 33°39.055'

W 078°47.612'

El Rabanal

S 33°38.825'

W 078°48.107'

Centinela

S 33°38.693'

W 078°48.468'

Nationalparktor

S 33°38.776'

W 078°48.826'


Ankunft am Flughafen

 

Robinson Crusoe Insel
Playa Arenal

 


Felsenküste

 


Rebaje de la Piña

 


Rebaje de la Piña

 


Salsipuedes, Blick auf San Juan Bautista

 


San Juan Bautista

 


Sendero de Chile