Miscanti
(5640 m)
Wächter
zweier Andenseen
Der
Vulkan Miscanti besticht vor allem durch seine traumhafte Lage
am Ufer des gleichnamigen Hochandensees und der Nachbarlagune
Meñiques. Vicuñas grasen an den von der seegrasartigen
Paja brava bedeckten Hängen, Riesen-Taguas nisten im seichten
Gewässer, und frühmorgens spiegeln sich die Berge in
der Wasserfläche. Die neue Schutzhütte des Lican-Huasi-Verbandes
direkt am Seeufer liegt zwar noch über 7 km vom Fuß
des Berges entfernt, stellt aber den besten Ausgangspunkt für
die Besteigung dar. Der See wird von San Pedro aus täglich
im Rahmen von Tagestouren besucht, ein eigenes Fahrzeug ist wegen
der bleibenden Distanz zum Berg dennoch von Vorteil.
Ausgangspunkt
San Pedro de Atacama
Anfahrt
Der Lago Miscanti liegt 115 km südöstlich von San Pedro
und ist mit einem geländegängigen Fahrzeug über
die Straße Nr. 23 Richtung Sico-Pass erreichbar. Der See
liegt noch gut 7 km vom Fuße des Berges entfernt. Man unterschätzt
die Distanzen hier gewaltig! Vom See aus lässt sich die Besteigung
auf keinen Fall an einem Tag bewältigen - selbst an zwei
Tagen wird es schwierig. Zusätzlich muss, wenn kein Schnee
liegt, der gesamte Wasservorrat transportiert werden. Mit eigenem
Fahrzeug nehmen wir die Piste östlich um den See und fahren
so weit wie möglich den schmalen Taleinschnitt südöstlich
des Vulkans hoch.
Aufstieg
(1300 Hm, 6 h 6 km
/ 3 h )
Wir beginnen den Aufstieg kurz oberhalb des Seeufers auf 4190
m. Wir folgen noch etwa eine Stunde den Wagenspuren, welche auf
etwa 4400 m enden. Dann steigen wir von südöstlicher
Seite einen Rücken hoch und erreichen bereits nach einer
weiteren halben Stunde 4530 m. Immer über den Rücken
gelangen wir nach weiteren 2 Std. zu einem mächtigen Felsband
auf 5100 m, welches steil nach Osten abbricht. Wir mühen
uns weitere 300 Höhenmeter hoch und gelangen nach 1,5 Std.
zu markanten Felstrümmern. Von hier aus stehen uns nur noch
steile 180 Hm bis zum Kraterrand bevor. Da dieser bereits auf
5580 m liegt, ist das nicht die einfachste Stunde unseres Lebens...
Zudem
ist es mit dem Kraterrand noch nicht getan. Wir müssen noch
den inneren Rand des Kraters auf östlicher Seite queren,
um zu dem uns gegenüberliegenden Gipfel auf 5640 m zu gelangen
- weitere quälende 30 Minuten, doch der Ausblick entschädigt
für alles. Zu unseren Füßen breitet sich die gigantische
Salzpfanne des Salar de Atacama aus, zahlreiche Vulkangipfel stehen
dicht aneinander gedrängt um uns herum.
Für
den Abstieg sollten 2-3 h eingerechnet werden und nochmals 1 h
zurück zum See.
Karte zur Tour
|

So sieht es mitunter im Mai aus

Sonnenuntergang am Camp

Mühevoller Aufstieg

|