Marmolejo
(6109 m)
Der
südlichste Sechstausender
Trekking,
Gipfel: Alpin • 7-8 Tage
Im
Osten des Nationalparks El Morado erhebt sich mit dem Cerro Marmolejo
der südlichste Sechstausender der Welt. Vom Maipotal aus
erblickt man zuerst den südlich anschließenden Vulkan
San José. Nur durch einen Pass getrennt, stellen Marmolejo
und San José ein lang gezogenes Gebirge dar. Der Komplex
setzt sich aus mehreren Gipfeln zusammen, wobei nur die Hauptspitze
die 6000-m-Hürde überragt. An der Westseite der drei
Kilometer breiten Caldera künden verschiedene Eruptionszentren
von der Jahrtausende langen Aktivität des heute erloschenen
Vulkans. Mächtige Gletscher bedecken die südlichen und
südöstlichen Flanken des zerklüfteten Massivs.
Im
Gegensatz zum Tupungato ist dieser Sechstausender einfach zu erreichen
und relativ leicht zu besteigen. Vier verschiedene Routen erreichen
den Gipfel, wir stellen die technisch einfache über den Estero
Marmolejo vor.
Ausgangspunkt
Santiago
Anreise
Von Santiago aus das Maipo-Tal hinauf, vorbei an Baños
Morales bis zur Brücke Colina, ca. 3 h. Zwei Gesellschaften
fahren mit Minibussen die gesamte Strecke hinauf. Abfahrt ist
7.30 Uhr an der Plaza Italia vor dem Teatro Universidad de Chile,
allerdings abhängig von der Saison nicht an allen Wochentagen
(vorher checken und reservieren unter Tel. 2117165, Turismo Arpué,
oder 6435651, Manzur Expediciones).
Tag
1
(6 h, 985 m
60 m ,
3240 m)
Gleich hinter der Brücke (2292 m) befindet sich die Hütte
eines Bergbauern, der hier den Sommer über Ziegenkäse
herstellt. Von hier aus folgen wir zu Fuß der Erdpiste,
zweigen nach wenigen hundert Metern rechts ab und folgen dem schmalen
Pfad bergauf. Schon nach weniger als einer Stunde erreichen wir
das grüne Valle de la Engorda, welches sich flach dem Vulkan
San José entgegen streckt. Der Talanfang wird von groben
Felsblöcken versperrt. Hier verlassen wir den Pfad Richtung
San José und steuern gleich auf eine kleine Brücke
über den Estero La Engorda zu. Auf der anderen Bachseite
folgen wir wieder einem Pfad Richtung Osten, zwischen Estero La
Engorda und Estero Marmolejo. Bevor wir an die Westhänge
des Vulkans San José stoßen, müssen wir nun
noch den Estero Marmolejo queren, was je nach Jahres- und Tageszeit
recht feucht werden kann, da diesmal leider keine Brücke
zur Verfügung steht. Im Frühjahr wandert man einfach
das Marmolejotal hoch und quert den Bach weiter oben auf Schneebrücken.
Der
Pfad führt westlich des Baches bergauf durch wechselndes
Gelände mit viel grobem Geröll und verliert sich oft.
Auf 3234 m erreichen wir Confluencia, wo sich zwei Bäche
treffen. Hier finden wir einige Campmöglichkeiten und auch
im Sommer klares Wasser. Tragtiere können nur bis hierher
kommen, da das zunehmende Geröll den weiteren Weg blockiert.
Wer
seine Ausrüstung selber trägt kann noch eine weitere
Stunde das Tal hoch marschieren. Dazu am besten nicht mehr den
Pfad entlang, sondern durch die enge Schlucht am Bach entlang.
Nachdem sich die Schlucht wieder erweitert queren wir den Bach
auf die östliche Seite, das letzte Mal bei unserem Aufstieg.
Nur noch wenige Minuten, und wir finden wieder klares Wasser und
ebene Stellen zum Campen, nahe eines großen Felsblocks auf
3240 m. Da der Estero Marmolejo von Gletschern gespeist wird,
führt er in der Schmelzzeit viele Sedimente und eignet sich
nicht als Trinkwasser. Das ganze Tal ist steinschlaggefährdet,
besonders an heißen Nachmittagen donnern oft Steinlawinen
den Hang herab. Die Übernachtungsstelle gut wählen.
Tag
2
Wir empfehlen, eine Akklimatisationstour zum Gletscher zu unternehmen.
Dazu steigen wir das Marmolejotal weiter hoch und queren das nächste
Tal in östlicher Richtung. Auf Geröll und Sand erreichen
wir schon bald den Gletscher, welcher in tiefen Lagen von Schutt
bedeckt ist, aber weiter oben herrlich weiß und blau leuchtet.
Man kann leicht bis auf 3800 m aufsteigen, muss dabei für
den kompletten Abstecher 5 h kalkulieren.
Tag
3
(6-7 h, 980 m ,
40 m ,
4325 m)
Wir folgen dem Estero Marmolejo auf unserer (östlichen) Seite
das anfangs nur leicht ansteigende Tal bergauf. In der Saison
ist teilweise ein Pfad im Sand und Geröll sichtbar. Nach
1-2 h erreichen wir den steilen Hang hoch zum Pass. Bei Schneelage
ist der Hang mit Steigeisen relativ leicht zu überwinden,
im Sommer stellen Schutt und Geröll beim Auf- als auch beim
Abstieg eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar.
Nach etwa 6 h erreichen wir den Pass mit toller Aussicht auf die
nördlichen Berge, vor allem dem vergletscherten Piuquenes.
Das Camp 2 mit mehreren ebenen Flächen liegt nur mehr wenige
Minuten von uns entfernt auf 4325 m. Wasser findet sich unterhalb
der Büßereisfelder, welche spätestens nachmittags
abschmelzen.
Tag
4
Aus Akklimatisationsgründen sollte man heute den Materialtransport
zum Camp 3 unternehmen und anschließend wieder auf Camp
2 absteigen.
Tag 5
(4-5 h, 655 m 10
m ,
4978 m)
Blicken wir Richtung Gipfel, erkennen wir bereits die Stelle für
Camp 3 mit einem hellbraunen Steinhügel rechts davor. Die
Route ist teilweise mit Steinmännchen markiert, kann aber
abhängig von der Jahreszeit komplett mit Schnee bedeckt sein.
Auf 4900 m, direkt oberhalb des hellbraunen Steinhügels,
befinden sich gute Stellen, um das Camp 3 zu errichten, allerdings
noch recht weit entfernt vom Gipfel. Je nach Schneelage kann das
Camp noch höher errichtet werden. Wir fanden Platz für
mehrere Zelte auf Moränengestein auf 4978 m.
Tag
6
(6-8 h, 1100 m 1100
m ,
6109 m)
Der
Gletscher zieht sich den halben Weg dem Gipfel entgegen. Hat sich
kein Büßerschnee gebildet, ist diese Route mit Steigeisen
wohl die einfachste. Oberhalb davon führt ein Pfad bis zum
Gipfel. Dieser befindet sich nur ein wenig höher als der
von Camp 3 ersichtliche höchste Punkt, geziert von einem
rötlich gefärbten Fels. Die Route wirkt viel kürzer,
als sie ist und sollte nicht unterschätzt werden. Der Ausblick
ist mehr als lohnend.
Tag
7/8
Abstieg
zu Camp 2 und zum Ausgangspunkt.
GPS-Daten
Marmolejo
| Puente Colina |
S 33°48.886' |
W 070°00.484' |
2292 m |
|
Est. Marmolejo |
S 33°47.778' |
W 069°59.561' |
2478 m |
|
Confluencia |
S 33°45.443' |
W 069°58.317' |
3234 m |
|
Camp 1 |
S 33°45.005' |
W 069°58.096' |
3240 m |
|
Camp
2 |
S
33°42.864' |
W
069°56.772' |
4325
m |
|
Camp
3 |
S
33°43.430' |
W
069°55.633' |
4900
m |
|
Gipfel |
S
33°44.077' |
W
069°52.660' |
6109
m |
|
|
|
|
|
Karte zu dieser Tour
|

Lasttiere tragen das Gepäck

Estero Marmolejo

Basiscamp

Aufstieg zum Camp 2

Gipfelsturm

Panoramablick vom Gipfel

GPS-Messung

Der Gipfel im Abendlicht

Beim Abstieg

|