Isla Mocha
Isla Mocha ist ein Geheimtipp. Diese nur 52 km² große Inseljuwel bietet mit seinen herrlich weißen Sandstränden und fast unberührten Naturwäldern tolle Wandermöglichkeiten. Sowohl an Tagestouren ausgehend von der Unterkunft als auch eine mehrtägige Tour rund um die Insel zeigen das Pazifikeiland von seiner schönsten Seite. Auf der einzigen Straße sind nicht mehr als eine handvoll Autos unterwegs, die etwa 650 Bewohner jedoch nutzen ausschließlich Pferdekutschen.
Anfahrt & Unterkunft
Die Insel liegt 34 km westlich von Tirua, ein kleiner Fischerort mit Verkehrsanbindung an Concepcion. Von Tirua aus wird die Insel für ca. USD 30,- p.P. per Kleinflugzeug oder USD 10 per Boot erreicht. Flug, Unterkunft, Camping und Essen werden von der vor Ort lebenden Familie Hahn zu günstigen Preisen angeboten, Tel. 041/781 1610, Mobil: 09 326 00 64, 09 554 84 57. Wild campen ist fast überall auf der Insel möglich.
Beschreibung
Der Ursprung von Mocha ist in seinem Namen zu suchen. Die ersten Ureinwohner der Insel, ein Mapuchestamm nannte es amuchra, was soviel wie „Auferstehung der Seelen“ bedeutet. Nach Glaubensvorstellung des Mapuchevolkes stellt die Insel das Nirwana der Verstorbenen dar. Fast die Hälfte (ca. 45 %) sind von einheimischen Wald- Olivillo, Chilco, Arrayan, Arrayan macho, Ulmo, Canelo, Boldo- bedeckt. Interessant ist auch die Vogelwelt mit ihren 102 hier auftretenden Arten. Besonders hervorzuheben ist hier die bedrohte Fardela castellana, welche in Höhlen in den höchsten Waldzonen nistet. Der Gesang des Chucao de la mocha und das Geschrei der Bandurrias begleiten den Besucher auf allen Wegen. Auf der 14 km langen und 6 km breiten Insel fallen 1350 mm Niederschlag pro Jahr. Durch ihre Lage mitten im Pazifik weist die Insel eine angenehme Durchschnittstemperatur von 12 °C auf.
Geschichte
Die Insel wurde von den Spanien 1544 entdeckt. Zu jener Zeit war Mocha von den Lafkenches, ein Mapuchevolk, besiedelt. Da sich die hier lebenden Indigenos nicht durch Treue zur spanischen Krone auszeichneten, wurden sie kurzer Hand 1685 deportiert. Selbst gefürchtete Piraten hatten es nicht leicht mit den hier lebenden Mochanos. Sir Francis Drake wurde 1578 angegriffen und sein Gesicht mit einer hübschen Narbe verziert. Über 100 Schiffe sollen rund um das Eiland versunken sein. Bei Tauchausflügen können diese besichtigt werden.
Für 160 Jahre geriet die Insel in Vergessenheit bis sie ab 1833 aus wirtschaftlichen und politischen Interessen wieder besiedelt wurde. Heute leben etwa 650 Menschen auf der Insel, welche hauptsächlich von Meeresfrüchten, Algen und Viehwirtschaft leben. Jede Familie bearbeitet ihr eigenes Stück Land und lebt im Einvernehmen mit der Natur. Dieser Grundsatz ist wohl auch der Grund dafür, dass ein so großer Teil Naturwald vor Einschlag verschont geblieben ist.
Am 22.Mai.1960 wurde auch Mocha von dem stärksten aller je registrierten Erdbeben in der Südlichen Hemisphäre heimgesucht. Mit einer Stärke von 9,5 auf der Richterskala bäumte sich eine Meereswelle von 25 m auf und wälzte sicht über die Insel. Unglaublich, dass dabei nur ein Leben gefordert wurde.
Rund um die Insel
Mocha ist die chilenische Antwort an den kanadischen Westcoasttrail. Als landschaftlicher Hochgenuss führt diese 31 km lange Tour auf ebenem Gelände zu herrlichen Sandstränden, idyllischen Camps und unberührten Wäldern, immer in Begleitung vom Rauschen der Pazifikwellen. Es gibt dabei kaum gekennzeichnete Wege oder öffentliche Campingplätze. Einfach der Küste entlang wandern und irgendwo am Strand das Zelt errichten. Trinkwasser kann einfach bei Bauernhöfen organisiert werden. Wer die Lust am Wandern verliert, erreicht jederzeit in Kürze die Ringstrasse, welche als Piste die Insel umrundet. Bei Anhalter kann man per Pferdekutsche die Unterkunft oder den Flughafen erreichen. Auf halber Strecke befindet sich das „Centro Civico“ mit Kirche, Polizei Standesamt und einem kleinen Lebensmittelmarkt.
Westküste
Als Tagesetappe kann man sich per Fahrzeug am nördlichsten Punkt der Insel absetzen lassen. Kurz vorher sieht man Seelöwen an den Küstenfelsen. Nun wieder der Küste auf der Westseite der Insel entlang erreicht man in ca. 3 h den Leuchtturm, in weiteren 3 h die Unterkunft.
Inselquerung
Eine Tour die auf keinen Fall versäumt werden darf. Innerhalb des Naturreservates wurden 2 Wanderwege angelegt. Der Weg Sendero Camino Nuevo führt ohne nennenswerte Steigungen vom Centro civico quer über die Insel bis zum 2 h westlich gelegenen alten Leuchtturm. Der erst kürzlich angelegte Sendero Los Anos Dorados kreuzt den Sendero Camino Nuevo und bietet einen lohnenswerten Rundweg von etwa 30 min.
Der andere Weg, Sendero Laguna Hermosa, zweigt alternativ ab und führt steil hoch zur Laguna Hermosa, um sich dann wieder mit der Hauptstrecke zu treffen. Diese Variante dauert ca. 3-4 h. Beide Wege sind leicht zu finden und gut ausgeschildert. Der Wald, der vorwiegend aus Olivillo und Arrayanes besteht, weist einen außergewöhnlichen Wuchs und Größe auf.
Ausgangspunkt
Die Rundwanderung kann überall begonnen werden. Selbst der Flugplatz als auch die Unterkunft der Familie Hahn liegen 100 m neben der Küste. Tagestouren fordern einen Transport der aber ganz leicht von der Unterkunft organisiert werden kann.
Hinweise
Vorsicht beim Schwimmen vor Strömung und Quallen. Infos am Besten bei den Einheimischen einholen. Einer der schönsten Strände befindet sich beim Leuchtturm.
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WPT | TRK

Strand beim Leuchtturm

Inselquerung

Riesiger Arrayan

Roter Algenstrand

Lokaler Transport

Pta. Arvejas
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