Enladrillado
Trek
Der
UFO-Landeplatz
Dauer:
1-2 Tage
Schwierigkeit: leicht
Wanderkarte: Hier bestellen
Diese
einfache, aber spektakuläre Rundwanderung ist leicht selbst
zu organisieren und bietet auf kleinem Raum großartige Eindrücke.
Die Tour führt durch das Naturreservat Vilches und kann sowohl
zu Fuß als auch auf Pferderücken zurückgelegt
werden. Der Parkeingang ist von der Stadt Talca leicht mit dem
öffentlichen Bus zu erreichen.
An
zwei bis drei Tagen mit mindestens einem Camp an der wild-romantischen
Laguna del Alto führt der Trail über einsame Andenpässe
und durch dichte Südbuchenwälder zum legendären
"Ufo-Landeplatz" Enladrillado. Hier hat sich der Río
Claro über die Jahrtausende hinweg ein 1000 m tiefes Bett
gegraben. Das die Schlucht überblickende Plateau wirkt wie
von Hand geziegelt und sorgt so für viele Mythen. Kaum ein
Einheimischer, der hier nicht geheimnisvolle Lichter oder UFO's
gesehen hat...
Die
Tour bietet Reitanfängern die Möglichkeit, ihre Sattelfestigkeit
zu testen, bevor sie auf längere Touren gehen. Die nahe am
Parkeingang lebenden Bauern vermieten ihre Pferde gegen geringes
Entgelt; auch organisierte Touren
werden angeboten. Unterwegs gibt es keinerlei Infrastruktur, Verpflegung
und Campingausrüstung müssen komplett mitgeführt
werden.
Ausgangspunkt
Talca
Anreise
Trailstart
ist Vilches, leicht erreichbar mit öffentlichem Bus
Tag
1 (8 h 1200 m
320 m )
Im Sommer ist wegen der starken Sonneneinstrahlung oberhalb des
Waldes ein früher morgendlicher Start empfehlenswert. Von
der Parkverwaltung (1200 m) aus führt der Weg an den Piedras
Tacitas vorbei, wo ein Schild den Abzweig links zur Laguna del
Alto markiert. Nach insgesamt 1 h 40 min. und 500 m
erreichen wir die Piedras Blancas, helle Granitfelsen auf 1725
m. Dieser erste Teil führt durch schöne Südbuchenwälder
mit dicken Coiguestämmen und langsam in lichteren Wald mit
schönen Ausblicken auf das Zentraltal bis hin zur Küstenkordillere.
Weiter
geht es durch spärlicher werdenden Wald und bald über
die Baumgrenze hinaus. Nach einer halben Stunde und 190 m
erreichen wir den Hang, der zum Pass hinaufführt. Die Stelle
ist durch den steinigen Grund inmitten des sonst mit Büschen
üppig bewachsenen Hanges leicht zu erkennen und liegt auf
1900 m. Der Weg führt nun anfänglich den Bergrücken
entlang und dann in Serpentinen den Hang hinauf bis zum Pass auf
2327 m. Diesen erreichen wir nach etwas über einer Stunde
und 420 m .
Der
Ausblick reicht bis zum Lago Colbún, zum Stausee Melado,
zur verschneiten Cordillera Lástima und zu den Vulkanen
San Pedro und San Pablo. Der gesamte Aufstieg wird durch interessante
Andenflora wie Amarilis, Andenkohl oder Nassauvia bereichert.
Vom Pass aus lohnt allein wegen der tollen Aussicht der Abstecher
auf den Gipfel des Cerro Peine mit 2450 m. Für den Aufstieg
von 100 m
durch felsiges Gelände benötigen wir nur etwa 15 min.
Oben ist eine längere Pause angesagt, um das Panorama mit
Laguna del Alto, Descabezado
Grande und Cerro Azul im Osten und dem stark vergletscherten
Cerro Azufre im Norden zu genießen.
Bei gutem Wetter reicht die Sicht bis zum Vulkan
Palomo!
Wir
steigen wieder ab zum Pass. Unter uns liegt bereits die Laguna
del Alto. Ein Abstieg von 270 m
führt in etwa 45 min über grobes Geröll mit Serpentinen
steil bergab zum See. Bereits vor Erreichen des Ufers, etwa 50
Höhenmeter oberhalb des Sees auf 2070 m, laden schöne
Stellen zum Campen ein. Nordöstlich des Sees befindet sich
ebenfalls eine Wiese mit ebenen Stellen zum Zelten. Ab Dezember
ist das Wasser bereits warm genug zum Schwimmen. Weitere kleinere
Lagunen etwas unterhalb der Laguna del Alto sind wesentlich wärmer.
Tag
2 (6 h, 580 m
1100 m )
Der Weg führt anfänglich nur schlecht ersichtlich den
Hang nördlich des Sees hinauf. Bei Schwierigkeiten, den Einstieg
zu finden, wandert man am besten etwa von der Mitte des Sees aus
den Grashang hoch. Rundherum befindet sich grobes Geröll.
Am oberen Ende des Hanges stößt man zwangsläufig
auf den Weg, der nun mit Steinmännchen gut markiert und ausgetrampelt
nach Osten führt. Nach etwa 1 h ( 220 m )
erreichen wir einen sanften Pass auf 2200 m. Im Frühsommer
ist er mit herrlichen Amarilisblüten bedeckt.
Unter
uns liegt ein kesselförmiges Becken mit einer weiten Weide.
Wir verlassen den Weg und queren schräg diese grüne
Weide Richtung Nordosten. Bald findet sich wieder der Weg, der
in Serpentinen den Berghang auf der anderen Seite des Beckens
hochführt. Oben führt er leicht ersichtlich immer den
Rücken entlang und bietet tolle Ausblicke auf das weit unter
uns liegende Lircay-Tal. Nach 1 h 15 min. (160 m
und 190 m )
erreichen wir eine Wegkreuzung auf 2170 m.
Nach
links führt der Weg bergab ins Tal, geradeaus erreichen wir
nach 10 min und 20 m
den die natürliche Plattform Enladrillado. Die scheinbar
geziegelte Ebene lädt zwar durchaus zum Campen ein, allerdings
nur im Frühjahr mit Restschnee, ansonsten gibt es hier kein
Trinkwasser. Östlich bricht die Ebene abrupt fast tausend
Meter tief in die Río-Claro-Schlucht ab. Auf deren gegenüberliegender
Seite thronen stolz die verschneiten Anden.
Nach
diesem fürstlichen Anblick kehren wir zurück zur Kreuzung.
Einige hundert Meter westlich des markanten "Kaninchen-Felsens"
(Piedra Conejo) führt der Pfad 560 m
ins Lircay-Tal, welches wir nach etwa 1 h erreichen. Kurz vor
einem Bach mit Campingmöglichkeit auf 1700 m zweigt links
ein sandiger Weg ab. Dieser führt auf der direktesten Route
und größtenteils durch schattige Südbuchenwälder
retour zum Parkeingang.
Nach
1 h ( 70 m
und 210 m )
erreichen wir eine weitere Weggabelung. Links führt der Weg
hoch zum kesselförmigen Weidegebiet oberhalb der Laguna del
Alto, welches wir gestern gequert haben. Wir folgen dem breiten
Weg geradeaus weiter und gelangen nach 40 min. ( 140 m
und 35 m )
den offiziellen Campingplatz der Nationalparkbehörde Conaf
auf 1460 m. Nun folgen wir links der Schotterstraße und
erreichen nach einer weiteren halben Stunde den Parkeingang.
Eine
große Hilfe bei dieser Tour ist die Wanderkarte "Condor
Circuit" mit detaillierten Angaben im Maßstab 1:50.000,
die hier bestellt werden kann.
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