Sajama 6559 m
Die Österreicher Wilfrid Kühm und Josef Prem bestiegen am 4. Oktober 1939 zum ersten Mal
den höchsten Berg Boliviens. Der Name bezieht seine Herkunft aus der Aymarasprache, wo Chak-jjaña
soviel wie Westen bedeutet. Das ausgerechnet ein Vulkan höchster Berg eines sonst
überwiegend von Faltengebirgen geprägten Landes darstellt, ist dabei natürlich
ungewöhnlich. Der Bergklotz selbst ist von weitem kaum zu übersehen, ragt er
doch als imposante Gletscherkuppe aus dem sonst nur leicht hügeligen Altiplano.
Die Besteigung kann sowohl von La Paz als auch von Chile (Putre) ausgehend
leicht organisiert werden. Der Zeitaufwand von 3-4 Tagen für den Aufstieg ist
dabei für einen Berg dieser Kategorie minimal, ausgezeichnete Höhenanpassung
wird dabei natürlich vorausgesetzt. Wenig typisch für einen Stratovulkan, finden
wir keinen Krater an seiner höchsten Stelle, da der Gipfelbereich komplett von
Eis bedeckt ist. Die in der Umgebung liegenden Vulkane Guallatire und Parinacota
bieten zwar eine gute Kombination, sind landschaftlich allerdings zu ähnlich.
Touren rund um San Pedro de Atacama oder in der Königskordilllere bieten eine
wesentlich größere Abwechslung.
Tag 1 Nationalpark - Basislager
(WZ 2 h, 370 m
15 m )
Die Anfahrt von La Paz führt über El Alto zur Grenzstation "Tambo Quemado" mit Chile.
Unterwegs gibt es jede Menge Fotostops wie den Grabtürmen "Chullpas" und natürlich immer
wieder den bereits von weitem sichtbaren Sajama. Kurz vor Tambo Quemado biegen wir rechts
den ausgeschilderten Weg zum Nationalpark ab. Von hier aus sind es nur mehr 12 km bis zum
Dorf Sajama, wo sich auch der Nationalparkeintritt befindet. Kleine Restaurants, Minimarkets
und selbst Unterkünfte machen den Ort zu einem idealen Ausgangspunkt für die Besteigung
mehrerer Berge. Bei der Nationalparkverwaltung müssen sich Bergsteiger eintragen und etwa
2 USD Eintritt zahlen. Anschließend fahren wir mit dem Fahrzeug noch ein paar Kilometer
weiter zum Quenoawald, dem Startpunkt der Nordroute auf 4435 m Höhe. Insgesamt dauert
die Anfahrt etwa 5 h und beträgt etwa 280 km.
Wir wandern das kleine Tal hoch, entlang einem kleinen Bächlein. Anfangs ist noch alles mit
Quenoabäumchen bedeckt, später finden sich nur noch Gräser und Llarretas. Wir wandern immer
dem Sajama entgegen, bereits von dieser Entfernung erkennen wir, was für ein riesiger Klotz
das ist. Hinter uns verschwinden schön langsam die majestätischen Hügel des Pomerape und
des Parinacotas, welche ebenfalls von der boliviansichen Seite her bestiegen werden können.
Das Basislager auf 4820 m erreichen wir schon nach 2 h, es liegt zwar schön eben, jedoch dringt
der feine Staub selbst in die letzten Ritzen der Zelte.
| Startpunkt |
S18°06.131´ |
W068°57.367´ |
4435 m |
| Basislager |
S18°06.659´ |
W068°55.019´ |
4820 m |
4,3 km |
Tag 2 Basislager - Höhenlager
(WZ 3 h, 830 m
5 m )
Der Aufstieg ist in der Hochsaison durch die Spuren leicht zu erkennen. Wir wandern Richtung
NO den hellen Schutthang hoch. Schon nach 45 min. erreichen wir den oberen Rücken auf 5030 m.
Nun queren wir den Hang des Vulkanes über Sand und Geröll Richtung Norden. Dabei gewinnen wir
zunehmend an Höhe und erreichen nach 1 h den Nordrücken des Sajamas auf 5263 m und somit unsere
Aufstiegsroute. Diese Route führt zuerst einen Schutthang hoch zu einem riesigen Felsblock.
Oberhalb des Felsblockes befindet sich das Höhenlager. Dazu stapfen wir durch losen Schutt,
steil in Serpentinen hoch, umrunden den Felsblock dabei weiter nördlich. Nach 1,5 h erreichen
wir die Zeltplätze auf 5694 m.
| Rücken |
S18°06.360´ |
W068°.54.540´ |
5030 m |
1,0 km |
| Nordroute |
S18°05.855´ |
W068°54.076´ |
5263 m |
1,2 km |
| Hochlager |
S18°06.027´ |
W068°53.693´ |
5694 m |
0,7 km |
Tag 3 Gipfeltag
(WZ 8 h, 895 m
895 m )
Ein langer Tag liegt vor uns, der Aufstieg sollte zeitig beginnen, gegen 2 h morgens sollte
das Camp bereits verlassen werden. Der Pfad schlängelt sich den rutschigen Schutt 45 min.
hoch zum Gletscherbeginn auf 5900 m. Spätestens hier müssen Steigeisen angelegt werden.
Der erste Abschnitt ist recht steil und sollte gesichert werden. Dieser Abschnitt dauert
jedoch nur etwa 30 min. Oben erreichen wir einen Felsgrat auf 6000 m. Diesen müssen wir
nun entlang. Da er nur recht kurz ist, nehmen wir die Steigeisen erst gar nicht ab. In
diesem Bereich passieren häufig Unfälle. Der Felsgrat endet wieder im Gletscher. Nun
beginnt der mühsame Aufstieg zum Gipfel, welcher von hier aus noch nicht zu erkennen
ist. Besonders im unteren Bereich entstehen häufig gefürchtete "Penitentes"- Büssereis,
welches durch seine hohe Zacken ein Vorankommen erschwert. Nach etwa 4 h erreichen wir
den Gipfel auf 6559 m, welcher nur durch ein kleines Fähnchen markiert ist. Für den
Abstieg sollten noch einmal etwa 3 h kalkuliert werden. Die meisten Bergsteiger
steigen bereits heute ab ins Basislager und wandern am Tag 4 raus zur Piste. Einige
Kilometer davon entfernt befinden sich heiße Quellen mit einem letzen Blick auf den Vulkan.
| Gletscherbeginn |
S18°06.027´ |
W068°53.693´ |
5900 m |
0,4 km |
| Felsgrat |
S18°06.153´ |
W068°53.437´ |
6000 m |
0,1 km |
| Gipfel |
S18°06.479´ |
W068°52.979´ |
6559 m |
1,0 km |
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 Camp 1
 Blick vom Camp 2
 Der Gipfel
 Basislager
 Heiße Quellen
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