Illimani
Südlicher Ausläufer der Königskordillere und mit 6460 m Höhe wahrscheinlich dessen
höchste Erhebung, bietet der Hausberg von La Paz nicht nur eine landschaftlich interessante
Besteigung. 1898 wurde der Illimani zum ersten Mal vom Briten Conway bestiegen, aber erst seit
1939 erfolgt dessen Besteigung über die Westseite und nicht von den Yungas ausgehend. Bei
klimatisch guten Bedingungen führt eine technisch relativ einfache Tour auf der Normalroute
zum Südgipfel. Bei Schlechtwetter können aber extreme Bedingungen mit starken Winden und
tiefen Temperaturen auftreten. Etwas unterhalb des Gipfels muss eine steile oft vereiste
Flanke überwunden werden, wofür Sicherungen gesetzt werden müssen.
Anfahrt
Eine ca. vierstündige Anfahrt auf Piste führt über Ventilla zur Siedlung Pinaia. Als Altenative
führt eine andere Piste den Rio de La Paz und der Siedlung Unna entlang nach Pinaia. Pinai selbst
kann nicht mit öffentlichen Bussen erreicht werden. Ein Allradfahrzeug verlangt etwa 70-90 USD für
die Fahrt, inklusive Fahrer und Sprit.
Tag 1
Pinaia liegt auf 3850 m. Hier gibt es die Möglichkeit Mulis bis zum Basislager und
Träger für das Höhenlager anzuheuern. Da die Strecke zum Basislager nur etwa 2 Stunden
in Anspruch nimmt, kann sie noch am Anfahrtstag durchgeführt werden. Bereits vom Ort
aus erkennt man den langgezogenen Illimani mit sinen verschiedenen vergletscherten
Gipfeln. Der Weg führt Richtung Osten, anfangs durch die umliegenden Felder und später
über grasbedeckte Fluren mit schönen Blicken auf den Berg. Das Camp befindet sich vom
Wind leider etwas ungeschützt auf einer weitflächigen Wiese am Bach auf 4470 m. Achtung,
verschiedentlich wurde hier über nächtlichen Diebstahl der Ausrüstung berichtet!!!
| Pinaia |
S16°38.277´ |
W067°51.722´ |
| Basislager |
S16°38.930´ |
W067°49.567´ |
Tag 2
Wir queren die Wiese Richtung Illimani. Am Hang findet sich ein breiter Weg, der später
als kleiner Pfad, mit Steinmännchen markiert, die Schutthalde hochführt. Im unteren Bereich
sind einige Stellen am Weg vereist. Der Weg führt in 2-3 Stunden auf 5000 m zur Scharte einer
langgezogenen Schulter hoch. Selbst bei guten Bedingungen endet der Pfad nun bald am
Schneehang bzw. Gletscher. Weitere zwei bis drei Stunden müssen einkalkuliert werden,
um immer entlang der Schulter unser Höhenlager "Nido del Condor" auf 5500 m zu erreichen.
Ein wenig windgeschützt bietet eine ebene Stelle Platz für viele Zelte. Vorsicht beim
Schneeschmelzen, das Toilettenproblem ist hier nicht wirklich geregelt!!! Unter normalen
Witterungsbedingungen erwarten einen nicht nur kalte Nächte, sondern vor allem fabelhafte
Sonnenuntergänge mit Blicken bis zum entfernten Sajama.
| Scharte |
S16°39.430´ |
W067°48.555´ |
| Höhenlager |
S16°39.288´ |
W067°48.067´ |
Tag 3
Wie bei allen Gipfeltagen sollten wir schon gegen 2-3 Uhr morgens aufbrechen. Die
Sonne weicht Nachmittags den Schnee so stark auf, das ein zügiger Abstieg erschwert wird.
Wir steigen die Verlängerung der Schulter vom gestrigen Aufstieg weiter hoch. Das Gelände
ist hier bereits recht steil, flacht auf etwa 500 m komplett ab und führt dann ohne
Unterbrechung sehr steil bis zum kuppelförmigen Gipfel hoch. Das Gebiet ist bekannt für
seine hartgefrorene Flanke, welche sowohl beim Auf- als auch beim Abstieg auf ca. 7
Seillängen gesichert werden sollte. Da der Illimani mit seinen 6450 m Richtung Osten direkt
in die grünen Yungas abfällt, im Norden die komplette Königskordillere unter sich hat und im
Westen das Altiplano vor sich liegen hat, erhält man bei seiner wohlverdienten Gipfelpause
ein unglaubliches Angebot an Eindrücken. Die Aufstiegszeit beträgt allerdings etwa 6-8 Stunden,
für den Abstieg müssen nochmals 2-3 Stunden berechnet werden. Wer noch heute bis zum Basislager
absteigen möchte, muss nochmals mit 2-3 Stunden rechnen.
| Gipfel |
S16°39.253´ |
W067°47.068´ |
Tag 4
Abstieg bis Pinaia, welches nur mehr eine Stunde vom Basislager entfernt liegt.
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 Aufstieg Camp 1
 Nähe Camp 1
 Basislager
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