Tagestouren
in Zentralchile
Kolonialdörfer
Verträumte
Dörfer mit Kopfsteinpflaster, schattigen Alleen und bunten
Lehmhäusern atmen noch den Hauch der Zeiten, als die Spanier
das fruchtbare Zentraltal besiedelten und zur Kornkammer und zum
Obstgarten der Kolonie machten. Der spröde Charme dieser
Orte, ihr träger Rhythmus und die zurückhaltende Freundlichkeit
ihrer Bewohner erschließen sich oft erst auf den zweiten
Blick.
Wir empfehlen
insbesondere: Pirque
(20 km S von Stgo.), Isla de Maipo (70 km SW von Stgo.),
Vichuquén (110 km W von Curicó), Villa
Alegre and Yerbas Buenas (kleine
Städtchen bei Talca).
Wasserfälle
Salto
del Maule: Eine größtenteils nur geschotterte
Straße führt von Talca in die Anden Richtung Laguna
del Maule und Pehuenche-Pass. Einige Kilometer hinter der Polizeistelle
La Mina (registrieren!) windet sich die Piste steil nach oben.
Wo sich der Abhang auf der linken Seite zu einer Ebene weitet
(ca. km 150), führt links ein unscheinbarer Weg zu den von
der Straße aus nicht sichtbaren Wasserfällen. Der erste
stürzt sich etwa 80 Meter über Basaltklippen hinunter.
Etwa 30 Fußminuten weiter oben bildet der zweite Fall eine
schöne Lagune. Wer ein bisschen wandern möchte, folgt
einfach dem Bachlauf zu einer Stelle, wo sich aus Vulkanasche
merkwürdige Skulpturen geformt haben.
Salto
del Laja
Wesentlich leichter erreichbar ist der Wasserfall des Río
Laja, der sich als riesiger, rund 100 Meter breiter Vorhang in
eine tief ausgehöhlte Schlucht stürzt. Um den Anblick
dieses Niagara in Taschenformat genießen zu können,
eignen sich die Monate Mai bis Dezember am besten; im Hochsommer
lässt die Wassermenge sichtbar nach. Zufahrt über die
Panamericana, 80 km südlich von Chillán, Ausfahrt
Salto del Laja. Mehrere Hotels und Campingplätze.
Raften
und Kanu
Flüsse
wie Maipo, Lontué, Maule, Achibueno oder Lircay bieten
je nach Saison 3+-Strecken und damit Erlebnismöglichkeiten
auch für Anfänger.
Der
Maule-Zug
Die
Strecke zwischen Talca und der Küstenstadt Constitución
ist eine der letzten in Chile, auf der noch Personenzüge
verkehren. Der gemütliche Konvoy aus Lok und einem Waggon
fährt mehrmals täglich am Río Maule entlang und
bleibt teilweise mitten auf dem Feld stehen, um Leute ein- oder
aussteigen zu lassen. Constitución wird nach ca. 2,5 Stunden
erreicht. Hier kann man am schwarzen Lavastrand mit seinen hohen
Felswänden spazieren gehen und in einem der kleinen Restaurants
an der Promenade frischen Fisch essen.
Die
Dünen von Putú
Rund
25 Kilometer nördlich von Constitución erstreckt sich
entlang der Küste eine weithin unbekannte geographische Rarität:
ein ausgedehntes Gebiet mit saharaähnlichen Sandformationen.
Fünf Kilometer nach der letzten Kreuzung Richtung Putú
zweigt links eine Piste ab. Nach wenigen Minuten erreicht man
die Ausläufer der Dünen, die sich nach Norden und Süden
bis zum Horizont fortsetzen ein wunderschöner Ausflug.
Weingüter
Zentralchile
ist berühmt für seine erstklassigen Weine, die im letzten
Jahrzehnt auch international für Aufsehen gesorgt haben.
Gerade der Besuch der alten Weingüter mit ihren Adobekellern
und Landschaftsparks lohnt sich. Viele Kellereien sind in Halbtagesausflügen
von Santiago, Curicó oder Talca aus zu erreichen, die meisten
bieten Führungen (oft kostenlos) und auch eine Verkostung
an.
Einige
traditionelle Viñas locken mit Schatzkellern und herrschaftlichen
Anwesen, so etwa Concha y Toro in Pirque (25 Kilometer südlich
von Santiago), Cousiño Macul in Peñalolén
(heute ein Stadtteil von Santiago), Santa Rita bei Buin (50 km
südlich) oder Undurraga bei Talagante (35 Kilometer westlich).
Weiter
südlich ist ein Wettbewerb zwischen zwei "Weinstraßen"
(Ruta del Vino) entbrannt. Sowohl in der Gegend um Santa Cruz
als auch rund um Talca bieten diese Zusammenschlüsse von
Weingütern spezielle Touren für interessierte Touristen
an.

|