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Erste Hilfe & Trekkingmedizin

Verrenkung

Bei Verrenkungen springt ein Knochen aus dem Gelenk (Luxation) und bleibt in dieser ausgekugelten Stellung. Schwere traumatische Luxationen führen zusätzlich zu Bänderrissen, Gefäß- oder Knorpelverletzungen. Im Trekkingeinsatz handelt es sich oft um sehr schmerzhafte, ausgerenkte Schultern. Beim Abstieg vom über 6000 m hohen Cerro Marmolejo rutschte einer unserer Teilnehmer auf einem Schneefeld aus, stütze sich mit den Armen ab und renkte sich dabei die Schulter aus. Da es davon abgesehen zu keinen weiteren Verletzungen kam, renkten wir die Schulter wieder ein. Der Arm wurde noch einige Tage in einer Schlinge getragen und der Teilnehmer bestieg in Folge sogar noch den fast 7000 m hohen Cerro Aconcagua. Werden Kniescheibe, Schulter oder Fingergelenke nicht schnellstmöglich eingerenkt, kann dies zu einer Dauerschädigung durch eingeklemmte Nerven oder Blutgefäße führen. Zu Zehenluxationen kommt es bei Trekking- oder Bergtouren dank der schützenden Stiefel kaum. Prinzipiell müssen ausgerenkte Gelenke sowie Knochenbrüche behandelt und ruhig gestellt werden.

Maßnahmen

Ausrenkungen führen zur Verkrampfung und Anschwellung der umliegenden Muskeln. Liegen außer der Verrenkung keine weiteren Verletzungen (Bänderrisse, Brüche) vor oder ist es zum gefährlichen Einklemmen von Nerven oder Gefäßen gekommen, muss das Gelenk so schnell als möglich wieder in seine normale Position gebracht werden.

 

Schulterluxation

  • Den Verletzen auf einer Isomatte auf den Rücken legen.
  • Das Handgelenk des Verletzten mit einer Hand umfassen. Mit der anderen Hand umfassen wir den Arm des Verletzten unterhalb des Ellenbogens. Der Arm des Verletzten wird durch konstanten Zug von seinem Körper weg gespannt. Dies sorgt für eine Entspannung der Muskulatur.
  • Der Arm des Verletzten wird am Ellenbogen gebeugt und senkrecht nach oben gerichtet. Die den Ellbogen umfassende Hand des Helfers zieht dabei weiterhin den Arm des Verletzten vom Körper weg.
  • Der abgewinkelte Arm des Verletzten wird langsam unter beibehaltendem Zug in Kopfrichtung zu Boden gelegt. Unter ständigem Zug verharren wir 10-15 min. in dieser Position.
  • Bemerken wir nach dieser Zeit eine deutliche Entspannung der Muskulatur, bewegen wir den Arm nach unten, als ob der Verletzte einen Ball werfen würde.
  • Der eingerenkte Arm muss noch mehrere Tage in einer Armschlinge ruhig gestellt werden und bei nächster Gelegenheit von einem Arzt kontrolliert werden.

Schulterluxation

Kniescheibenluxation

  • Der Verletzte liegt mit angewinkelten Beinen am Boden. Der Helfer umfasst mit je einer Hand den Ober- und Unterschenkel des Verletzten und streckt das Bein langsam durch.
  • Springt dadurch die Kniescheibe nicht automatisch zurück, kann diese mit den Fingern ein wenig zurecht geschoben werden.
  • Mit einem unterstützenden Knieverband kann der Abtransport des Patienten zum Arzt wahrscheinlich trotz Schmerzen erfolgen.


Fingerluxation

Ausgerenkte Finger werden bei Trekkingtouren meist durch schwere Stürze verursacht und gehen oft mit Brüchen einher. Der betroffene Finger steht dabei oft merkwürdig verdreht von der Hand ab.

  • Der ausgerenkte Finger wird oberhalb des verrenkten Gelenkes mit der Hand umfasst. Die zweite Hand des Helfers umfasst die betroffene Hand des Patienten.
  • Zuerst zieht man in die Richtung, in die der ausgerenkte Finger weist, weg von der betroffenen Hand.
  • Nun wird der Finger, unter Beibehaltung des Zuges, in die normale Position gebracht.
  • Der betroffene Finger wird geschient und der Patient zum Arzt befördert.

Kniescheibenluxation

 
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