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Aufenthalt in grossen Höhen

Ödeme

Werden auch schwere Symptome ignoriert und die betroffene Person steigt nicht ab, kann es in weiterer Folge zur Bildung von einem Höhenhirnödem (HHÖ) oder/und einem Höhenlungenödem (HLÖ) kommen. Ohne Fremdhilfe ist ein Absteigen nun meist nicht mehr möglich, die Person befindet sich in Lebensgefahr.

Höhenlungenödem HLÖ

Ab 3500 m erhöht sich der Druck im Lungenkreislauf. Dem Blutplasma wird dadurch der Übertritt durch die eventuell geschädigte Membran in die Lungenbläschen (Alveolen) erleichtert. Ein rasselndes Atemgeräusch, Husten, blau gefärbte Lippen (Zyanose) und Erschöpfung sind zusätzliche Anzeichen eines HLÖ. Das symptomatische Rasselgeräusch beim Atmen ist auf die Flüssigkeitsansammlung in den Aveolen zurückzuführen. Der Körper reagiert nach einem zu hohem Aufstieg nicht sofort mit der Ausbildung des Ödems, sondern neigt zu einer Latenzzeit von bis zu einem Tag. Erfahrungsgemäß tritt es dabei oft erst nachts oder sogar im Schlaf ein.

Maßnahmen

Wenn möglich sofort Absteigen oder Abtransport der betroffenen Person bis eine Besserung eintritt. Der Abstieg kann mit einer Sauerstoffgabe (4-6 l/min.) oder medikamentös (20 mg Nifedipin unter der Zunge alle 6 h) unterstützt werden. Kann der Abtransport aus klimatischen Gründen nicht durchgeführt werden, bietet sich die Verwendung eines Überdrucksackes an. Steht kein Überdrucksack zur Verfügung, ist die kontinuierliche Verabreichung von Sauerstoff (5 l/min) die einzige Alternative.


Sauerstoffflasche

Höhenhirnödem HHÖ

Das HHÖ tritt nicht nur seltener auf, sondern meist auch erst ab 5000 m. Eingeleitet wird es von den Symptomen der AHK über mehrere Tage. Das Ödem verursacht durch den erhöhten Hirndruck starke Kopfschmerzen, auffälliges Benehmen, Schläfrigkeit, Sprachstörungen und Verwirrtheit. Die Wirkung von Cortisonpräparaten beruht auf einer Senkung des Hirndruckes. Wie beim HLÖ tritt auch das HHÖ oft nachts oder sogar während des Schlafes ein. Im Unterschied zum HLÖ ist die betroffene Person oft nicht mehr ansprechbar und hat die Körpermotorik nicht mehr unter Kontrolle. Die Person kann alleine nicht mehr absteigen, was die Mortalitätsrate auf über 40 % steigen lässt.

Maßnahmen

So schnell wie möglich Cortison (von Laien am Besten inhalativ verabreicht) und in weiterer Folge in Tablettenform (alle 6 h 4 mg) verabreichen. Unter Sauerstoffgabe (4-6 l/min.) abtransportieren. Die betroffene Person sollte sich innerhalb weniger Tage erholen.

 
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